Kaiser's und Münstermann schließen: Ladensterben in Kaiserswerth

Kaiser's und Münstermann schließen: Ladensterben in Kaiserswerth

Die Filiale der Supermarktkette Kaiser's und Münstermann Delikatessen schließen, einige alteingesessene Betriebe denken darüber nach. Oft sind Pachthöhen und -dauern der Grund. Die Werbegemeinschaft warnt: Strukturen brechen ein.

"Außer einem Waschsalon haben wir hier alles." Der in Kaiserswerth oft stolz gesagte Satz hat über Jahre die sehr gute Infrastruktur mit Geschäften und Restaurants beschrieben. Doch nun gibt es bei den Kaiserswerthern Zweifel, ob das auch in Zukunft so bleibt. Fakt ist: Kaiser's schließt zum 27. März, der Feinkosthändler Münstermann gibt sein Geschäft im Norden Düsseldorfs auf.

Auch andere alteingesessene Geschäftsleute denken über einen Rückzug nach. Der Grund: Gleichbleibend hohe Pachten sind in wirtschaftlich angespannten Zeiten schwer zu erfüllen. Außerdem kritisieren Händler und Gastronome rund um den Kaiserwerther Markt, dass nach der gelungenen, umfangreichen Renovierung des Klemensplatzes ihr Areal auf die Verliererstraße gerät. "Wir müssen was tun, sonst brechen hier Strukturen ein", sagt der Vorsitzende der Werbegemeinschaft "Wir Kaiserswerther", Hans-Oskar Franke.

Branchen-Mix geht verloren

280 Quadratmeter Verkaufsfläche sind Kaiser's zu klein. Deshalb gebe man den Laden auf, sagt eine Sprecherin. Damit bliebt nur noch der Rewe-Discounter an der Friedrich-von-Spee-Straße übrig. "Die Kaiserswerther orientieren sich zum Einkaufen nun nach Lohausen, Angermund und in den Duisburger Süden", sagt Franke.

Münstermann Delikatessen schließt im April: "Wir wollten keinen langfristigen Mietvertrag mehr schließen", sagt Irmgard Münstermann. Viele Geschäftsleute scheuen bei Mietvertragsverlängerungen eine zu hohe Laufzeit. Andere Händler klagen zudem über satte Mietforderungen der Eigentümer.

Franke plädiert deshalb für grundlegende Änderungen. "Der Branchen-Mix geht verloren. Wir brauchen zum Beispiel mehr für junge Menschen. Zum Beispiel einen Jeans-Shop oder auch ein Café-Geschäft", meint Franke.

Am lautesten sind die Klagen am Kaiserswerther Markt: Kopfsteinpflaster, unangenehme Aschenwege, alte Bänke und schmutzige Mülleimer ließen das Kleinod wenig attraktiv erscheinen, sagt der Besitzer von "Zum Einhorn" , Gert Steege. Am Klemensplatz sei richtigerweise investiert und renoviert worden.

Doch nun verfalle der Kaiserswerther Markt zusehends. Viele Händler beklagen bereits deutliche Umsatzverluste, weiß Franke. Steege plädiert deshalb für Hilfen für den Kaiserswerther Markt.Was früher eine 1a-Lage gewesen sei, sei heute nur noch 1b. Ein Abstieg, der ihm große Sorgen macht.

(RP)