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Düsseldorfer Oberbürgermeister ersetzt Corona-Krisenstabsleiterin

Nach Kritik aus der Politik : Düsseldorfer Oberbürgermeister tauscht Corona-Krisenstabsleiterin aus

Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies gibt die Leitung des Krisenstabs ab. Erst unter Oberbürgermeister Keller war sie in dieser Position aufgetreten – allerdings auch kritisiert worden. Der Nachfolger ist ein enger Vertrauter des Stadtchefs.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) hat einen Wechsel an der Spitze des Corona-Krisenstabs verfügt. Helga Stulgies, die diesen Posten wegen ihrer Rolle als Feuerwehrdezernentin bekleidet, wird von Stadtdirektor Burkhard Hintzsche abgelöst. Die Änderung gilt ab Montag.

Die Stadtverwaltung teilt den Wechsel in einer Pressemitteilung mit. Dort heißt es lapidar, durch die Änderung könne sich Stulgies „insbesondere“ auf den wichtigen Bereich Klimaschutz konzentrieren, für den das schwarz-grüne Bündnis am Donnerstag 60 Millionen Euro zusätzlich in den Haushalt eingestellt hat. Die langjährige Dezernentin Stulgies ist auch für Umweltfragen zuständig.

Keller reagiert mit der Entscheidung aber offenbar auf scharfe Kritik aus der Politik. In verschiedenen Fraktionen wurde Stulgies zuletzt fehlende Sachkenntnis vorgeworfen. Mehrere Teilnehmer einer wöchentlichen Zusammenkunft, bei der die Ratsfraktionen über aktuelle Neuigkeiten in der Pandemiebekämpfung informiert werden, beklagen, dass Stulgies immer wieder Rückfragen nicht habe beantworten können. Darüber hatte es auch Beschwerden bei Keller gegeben.

Erst nach dem Antritt von Keller im November war Stulgies in der Position der obersten Krisenmanagerin in Erscheinung getreten. Vorgänger Thomas Geisel (SPD) hatte sie übergangen und war öffentlich stets mit Gesundheitsamtsleiter Klaus Göbels und Feuerwehrchef David von der Lieth aufgetreten. Das Duo gilt als eigentliche Leitung der Düsseldorfer Aktivitäten in der Coronakrise, steht aber in der Hierachie eine Ebene tiefer.

Keller hatte betont, dass er seine Kollegen in der Verwaltungsspitze stärker einbeziehen will als Geisel, dem immer wieder mangelnde Teamfähigkeit nachgesagt worden war. Daher stärkte er auch die Position von Stulgies, die den Krisenstab etwa auch nach dem verheerenden Orkan Ela im Jahr 2014 geleitet hatte.

Mit der Ernennung von Hintzsche folgt Keller wiederum der internen Logik der Verwaltung. Der dienstälteste Dezernent Hintzsche ist Stadtdirektor und damit Stellvertreter von Keller. Der Oberbürgermeister zieht damit formal die Verantwortung auf die nächsthöhere Ebene. Hintzsche gilt zudem als enger Vertrauter von Keller und als versierter Krisenmanager. Er hatte unter anderem einen entscheidenden Anteil in der Organisation zur Bewältigung der Flüchtlingskrise im Jahr 2015.