Düsseldorf: Stadt pflanzt Magnolien und Ulmen

Bäume in Düsseldorf : Stadt pflanzt Magnolien und Ulmen

Mit dem Stadtbaumkonzept sollen die durch die Stürme „Ela“ und „Friederike“ und den Hitzesommern von 2018 und 2019 verursachten Schäden wieder gutgemacht werden. Gut fünf Millionen Euro werden investiert.

Die Stürme „Ela“ und „Friederike“ knickten Bäume wie Streichhölzer und rissen deutlich sichtbare Lücken in den Düsseldorfer Baumbestand. Die Hitzesommer der Jahre 2018 und 2019 haben auch nicht zur Erholung des lebenswichtigen Grüns in den Stadtwäldern, Parks, Grünanlagen und entlang der Straßen beigetragen. Auch deshalb hat der Rat der Landeshauptstadt im Frühjahr das sogenannte Stadtbaumkonzept verabschiedet.

„Die noch immer spürbaren Auswirkungen der letzten beiden Hitzesommer zeigen wieder deutlich, wie wichtig das Stadtgrün im Straßenraum ist. Es sorgt für Schatten und Abkühlung im Sommer, für ein allgemein höheres Wohlbefinden und verbessert das sich verändernde Stadtklima“, erklärt Düsseldorfs Gründezernentin Helga Stulgies.

„Gerade angesichts des Klimawandels mit vermehrten Trockenphasen im Sommer wird auch die Bedeutung der Bäume für unsere Stadt weiter zunehmen. Das Stadtbaumkonzept für Düsseldorf geht auf die vielfältigen Aspekte ein und zeigt notwendige Handlungen auf, um langfristig den Baumbestand zu optimieren und zu erweitern“, so Stulgies.

Was sieht das Stadtbaumkonzept vor? Die Arbeiten der ersten Pflanzsaison des Stadtbaumkonzeptes für Düsseldorf haben bereits im September begonnen. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt lässt seitdem rund 100 zusätzliche Baumstandorte entstehen. Die im gesamten Stadtgebiet verteilten Standorte für Straßenbäume werden bis April 2020 fertiggestellt.

Die Maßnahmen der ersten Pflanzsaison haben die jeweiligen Bezirksvertretungen einstimmig beschlossen. Für das Stadtbaumkonzept wird in den Jahren 2019 bis 2023 jeweils eine Million Euro bereitgestellt.

Wer ist bei der Umsetzung des Stadtbaumkonzeptes beteiligt? In erster Linie das Garten-, Friedhofs- und Forstamt. Bevor es zu Anpflanzungen kommt, müssen aber sogenannte Umlaufverfahren in Gang gesetzt werden. Hierbei prüfen die Leitungsträger, wie zum Beispiel die Netzgesellschaft, der Stadtentwässerungsbetrieb und die Telekom, die Leitungstrassen und ihre Nähe zu den Baumstandorten. Darüber hinaus sind auch notwendige Abstände zu Verkehrsanlagen sowie brandschutztechnische Belange zu beachten.

Welche Bäume werden gepflanzt? Gepflanzt werden sogenannte Zukunftsbäume, die auf der GALK-Straßenbaumliste (GALK = Gartenamtsleiterkonferenz) stehen. Die „Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz“ ist ein Zusammenschluss der kommunalen Grünflächenverwaltungen. Dabei experimentiert die GALK auch und testet derzeit, welche Baumarten für welche Region, welchen Standort am besten geeignet ist. Unter anderem hat die GALK auf die Zukunftsbaumliste den Zürgelbaum (Celtis australis), die Magnolie (Magnolia kobus), den Eisenholzbaum (Parrotia persica ‚Vanessa‘) und die Ulme (Ulmus), die besonders gut unter den neuen Klimabedingungen gedeihen, gesetzt.

Wie wird ein neuer Straßenbaum gepflanzt? Für die neuen Baumgruben wird der Belag (bspw. Straße, Gehweg, Grünstreifen) aufgebrochen und ausgehoben. Anschließend wird jede Baumgrube mit zwölf Kubikmetern speziellem Pflanzsubstrat gefüllt und mit Belüftungsrohren ausgestattet. Das Substrat speichert effizient Wasser und sorgt für eine gute Luftzufuhr. Außerdem hat diese Vorgehensweise den Vorteil, dass die Stelle überpflastert werden kann, sodass Teilbereiche der Baumscheibe wieder überbaut werden können. Oberirdisch gehen keine Flächen verloren, der Raum darunter durchwurzelt werden.

Wie werden die neuen Straßenbäume gepflegt? Nach der Anpflanzung werden die neuen Baumstandorte vier Jahre lang gepflegt, wobei besonderer Wert auf die Bewässerung gelegt wird. Das ist wichtig für den Start in ein gesundes Baumleben und Grundstein dafür, den Baumbestand langfristig zu optimieren und zu erweitern. „Stadtbäume sind ohnehin schon einer Vielzahl schwieriger Faktoren, wie Platzmangel, versiegelte Umgebung, Verdichtung des Erdreichs durch parkende Autos oder Streusalz im Winter, ausgesetzt“, erläutert Gartenamtsleiterin Doris Törkel. „Mit dem Stadtbaumkonzept setzen wir auf anpassungsfähige Baumarten, die besonders gut mit den zu erwartenden klimatischen Veränderungen zurechtkommen und bieten den neuen Bäumen bestmögliche Standortvoraussetzungen.“

Was passiert noch außer Neuanpflanzungen? Neben Baumneupflanzungen werden im Rahmen des Stadtbaumkonzeptes auch bereits bestehende Straßenbaumstandorte saniert, um die Lebensbedingungen für Altbäume zu optimieren. Den Start machen die 40 Baumstandorte an der Bilker Allee. Dabei werden beidseitig neben den kleinen, vorhandenen Baumscheiben die unterirdischen Baumgruben und somit der durchwurzelbare Raum für die Bäume vergrößert und mit dem speziellen Baumsubstrat gefüllt.

Zudem werden neue Baumstandorte identifiziert, bei denen möglicherweise unterirdische Versorgungsleitungen (Strom, Wasser, Kabel) verlegt werden müssen. Und auch bestehende Baumstandorte, bei denen die Bepflanzung das Lebensende erreicht hat, sollen erhalten werden.