Düsseldorf: Bei Arag können die Mitarbeiter jetzt auf eine Kletterwand

Moderne Arbeitswelten : Bei Arag wird jetzt „agil“ gearbeitet

Die 17. und 18. Etage des Arag Towers bieten den Mitarbeitern jetzt eine Kletterwand und die Möglichkeit zum Golfspielen.

Dass die Arbeitswelt sich permanent verändert und Arbeitgeber wie Arbeitnehmer vor neue Herausforderungen stellt, hat beim Düsseldorfer Versicherungskonzern Arag schon vor einiger Zeit dazu geführt, neue Konzepte zu entwickeln. So wurde die Zukunftsinitiative „einfachmalanders“ ins Leben gerufen. Mit Veranstaltungen und Workshops wie sogenannten „Digi Lunchs“ oder „After Work Inspirations“ sollen die Mitarbeiter nicht nur motiviert werden, den digitalen Wandel selbst mitzugestalten, sie können einander auch abteilungsübergreifend kennenlernen, netzwerken und so den eigenen Horizont erweitern.

Bei einer solchen „After Work Inspiration“ entstand die Idee, in der 17. und 18. Etage des Arag Towers neue Arbeitswelten zu schaffen. „Zu diesen Veranstaltungen laden wir gern Keynote Speaker ein. An jenem Abend hatte der Geschäftsführer der Firma Neu, Jørn Rings, einen Vortrag zum Thema Kreativität gehalten“, erinnert sich André Henrichs, Hauptabteilungsleiter Zentrale Dienste.

Und weil er schon länger darüber nachdachte, eine der vier Gartenetagen umzubauen und anstatt klassischer Besprechungsräume dort einen Ort zu schaffen, der die Mitarbeiter zu bereichsübergreifender Kommunikation und Teamwork einlädt, kam man ins Gespräch.

Jørn und Sabine Rings gründeten vor rund fünf Jahren ihre Firma Neu Gesellschaft für Innovation in Düsseldorf. Die beiden sind Experten für Ideenkultur und Innovation in Unternehmen. Sie entwickeln und implementieren verschiedene Bausteine, um mehr Entdeckergeist und Querdenken, mehr Kreativität und Motivation und folglich mehr innovative Ideen in Unternehmen entstehen zu lassen – dazu gehört auch eine ideenfördernde Arbeitsumgebung. Gemeinsam mit André Henrichs und seinem Team haben sie ein individuelles Konzept für den Versicherungskonzern entwickelt, bei dem Sport die Hauptrolle spielt. „Als Europas größter Sportversicherer und Sponsor von Vereinen und Veranstaltungen gehört Sport zu unserer DNA, die Mitarbeiter sind affin für sportliche Aktivitäten“, erklärt Wolfgang Mathmann. Und wer seine Mitarbeiter zum „out of the box-Denken“ anregen wolle, so der Konzernvorstand, müsse ihnen auch das entsprechende Umfeld bieten.

Deshalb sind mit dem Studio 17 Räume entstanden, die Sport und Arbeit verbinden, den Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, hierarchiefrei miteinander zu diskutieren und nebenbei die Gesundheit fördern. Wer während seines Arbeitstags Bewegung braucht, um den Kopf frei zu bekommen, kann sich an einer Kletterwand ausprobieren, kann golfen, boxen oder sich gemeinsam mit Kollegen am Spinningtisch auspowern und dabei neue Ideen für anstehende Projekte entwickeln.

Zu Besprechungen und Workshops trifft man sich beispielsweise im roten Raum, ausgestattet mit einem Hochsitz, der zum Perspektivwechsel einlädt, rollbaren Besprechungstischen mit Platten aus Tennisbällen – die es so nur einmal gibt, wie Sabine Rings betont – und beschreibbaren Wänden. Und wer sich mit einem Kollegen zum vertraulichen Zweiergespräch treffen möchte, kann eine echte Alpengondel nutzen.

Die Mitarbeiter haben das Studio 17 mit Begeisterung aufgenommen, obwohl sie in den Prozess nicht involviert waren. „Sie wussten zwar, dass auf den beiden Etagen etwas passiert, haben die verhüllten Fenster und Türen registriert, aber das Ergebnis nach rund zwei Monaten Bauzeit war für alle eine riesige Überraschung“, erzählt Projektleiter Henrichs.

Seit der Eröffnung im Juli dieses Jahres werden die neuen Räume inzwischen fast täglich von immer mehr Mitarbeitern genutzt. „Wir haben am Eröffnungstag eine Umfrage gemacht und nur positive Resonanzen bekommen. Im Januar und nach einem weiteren halben Jahr, werden wir die Mitarbeiter erneut befragen und sind sehr gespannt auf das Ergebnis“, sagt Konzernvorstand Mathmann.

Er sieht das Studio 17 als ein Experiment und einen Prozess an, der Zeit braucht und begleitet werden muss. „Abteilungs- und Bereichsleiter haben hierbei eine Vorbildfunktion und sollten die neue Arbeitswelt selbst auch regelmäßig nutzen.“