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Düsseldorf: Das große Samstagabend-Helau

Düsseldorf : Das große Samstagabend-Helau

Premiere im 19. Jahr: Die Düsseldorfer Fernsehsitzung bekam den besten Sendeplatz der ARD. Und konnte sich auch im Vergleich mit der Quotenkönigin aus Mainz und dem Geheimtipp aus Franken durchaus sehen lassen.

Um's mal vorweg zu nehmen: Die Düsseldorfer Fernsehsitzung ist reif für live. Die TV-Sitzung, in früheren Jahren oft ein Grund zum Fremdschämen, hat sich dank kluger Künstlerauswahl, eines souverän-entspannten Präsidenten und professioneller Gestaltung zur guten Abendunterhaltung gemausert, die das Sicherheitsnetz der Aufzeichnung nicht mehr nötig hat.

Gemangelt hat es bei der Ausstrahlung dessen, was aus fünf Stunden Programm übrig blieb, ohnehin mal wieder nur am Sender: Dank des schwachen Tons musste das Fernsehpublikum den Eindruck haben, die Bühnenakteure spielten vor leerem Saal oder weitgehend stummem Publikum. Von der guten Stimmung am Sitzungsabend - etwa beim Auftritt der KG Regenbogen - konnte da zur Samstagabend-Prime-Time nichts in die deutschen Wohnstuben überschwappen.

Ein schwacher Trost für die Düsseldorfer: Anderswo läuft's auch nicht besser. In Mainz stimmte zwar der Ton, dafür strich der SWR aber schon vorher massiv im Programm herum. Heraus kam eine Livesendung, deren Akteure spürbar unter Zeitdruck standen. Und das auch noch völlig unnötig, denn am Ende schaltete der Sender sich acht Minuten vor der geplanten Zeit aus dem Finale.

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Da waren die zweieinhalb Stunden aus Düsseldorf schon eine erholsame Abwechslung. Obwohl Jürgen Hilger-Höltgen gleich zu Beginn einen Geschwindigkeitsrekord einfuhr: Nach nur sechs Minuten war das Fimmännchen bei Trump angekommen. In der "Fastnacht in Franken" (17. Februar live im BR) hatte der Eröffnungsredner noch elf Minuten bis zum ersten Trump-Witz gebraucht, die Mainzer ließen sich am Freitag ganze 26 Minuten Zeit, den US-Präsidenten danach aber in kaum einem Beitrag aus. Einmal übrigens mit Schützenhilfe aus Düsseldorf: Hans-Peter Betz präsentierte als "Guddi" Gutenberg eine Arsch-mit-Ohren-Skulptur, die nicht nur wegen der Anatomie stark an die von Jacques Tilly im 2016er Zoch erinnerte.

Während die Mainzer Fangemeinde in den Sozialen Medien alljährlich darüber debattiert, ob Profis wie Lars Reichow überhaupt auf die Fastnachtsbühne gehören (überwiegender Tenor: Nein!), setzt Düsseldorf bewusst auf professionelle Künstler wie Knacki Deuser, Dave Davis oder Markus Krebs. Das mag nicht der karnevalistische Tusch-Humor sein, unterhält aber das Fernsehpublikum auch da, wo man von Kö-Papageien oder Wehrhahn-Linie nie gehört hat. Karnevalistisches Lokalkolorit brachte dafür das Fimmännchen mit Düsseldorfer Themen ein, die auch anderswo verstanden werden. De Fetzer, Alt Schuss, die wie immer brillante Tanzgarde der Kakaju, das Prinzenpaar mit seinen Garden und natürlich Kinder-Hoppeditz Jana waren tolle Repräsentanten des Düsseldorfer Karnevals-Gefühls. Und für's Klischee: Den wahrscheinlich größten Elferrat der Welt hat die Düsseldorfer TV-Sitzung auch.

(RP)