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Zahl deutlich gestiegen: 15 Laser-Attacken am Düsseldorfer Flughafen

Zahl deutlich gestiegen : 15 Laser-Attacken am Düsseldorfer Flughafen

Laserpointer können den Flugverkehr ernsthaft gefährden. Piloten und das Luftfahrtbundesamt beobachten seit Jahren den Anstieg von Blendattacken. Es ist der Albtraum für jeden Piloten: Beim Anflug auf die Landebahn kann er plötzlich nichts mehr sehen, kann nicht mehr kontrollieren, wohin er das Flugzeug steuert.

Offiziellen Angaben zufolge haben die Blendattacken mit Laserpointern auf Piloten in den vergangenen Monaten drastisch zugenommen. Zwischen Januar und Mitte September registrierte das Luftfahrtbundesamt bundesweit 229 Angriffe auf Hubschrauber und Flugzeuge deutscher Airlines — im gesamten Vorjahr waren es 35. Allein am Düsseldorfer Flughafen, dem größten Airport in Nordrhein-Westfalen, gab es in den ersten neun Monaten dieses Jahres 15 solcher Attacken.

"Seit gut einem Jahr ist das ein Thema", sagt Ute Otterbein, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung. Im Frühjahr seien die Fallzahlen zwar zurückgegangen, mit dem Herbst und der damit verbundenen früher einsetzenden Dunkelheit würden nun wieder mehr Attacken beobachtet. Die Fluglotsen müssen den Angriffen hilflos zusehen. "Wir können nichts dagegen tun — nur die Informationen schnellstmöglich weitergeben", sagt Otterbein.

Dass die Zahl der Attacken so stark gestiegen ist, hat für den Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, einen einfachen Grund: "Diese gefährlichen leistungsstarken Laserpointer sind immer weiter verbreitet, weil sie billiger geworden sind." In Deutschland sei der Verkauf dieser Modelle zwar verboten. Trotzdem sei es leicht, an sie heranzukommen, zum Beispiel über das Internet.

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"Kein Dumme-Jungen-Streich"

Welche Gefahr von den Geräten ausgehe, sei vielen offenbar nicht bewusst, glaubt Otterbein. "Sie halten es einfach für einen Dumme-Jungen-Streich, jemanden damit zu blenden." Dabei kann dies katastrophale Folgen haben. "Sie können damit Löcher in CDs brennen oder jemandem aus Hunderten Metern Entfernung das Augenlicht nehmen", warnt Handwerg.

Anders als beispielsweise Gewehre dürfe aber jeder mit einem Laserpointer herumlaufen — nach Meinung des Pilotensprechers ein Unding. "Man muss den Besitz verbieten", fordert er daher. Laserpointer müssten endlich als Waffen gesehen und entsprechend behandelt werden.

(RP)