1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Sozialarbeiter in Dormagen setzen auf frühen Kontakt zu Familien.

Ansprechpartner : Sozialarbeiter in Dormagen setzen auf frühen Kontakt zu Familien

Der Sozialpädagogische Dienst setzt auf frühen Kontakt zu Familien und ist ihr Ansprechpartner. So gratulieren sie jungen Familien mit eine, „Babybegrüßungspaket“.

Wenn das Jugendamt vor der Tür steht, muss man etwas falsch gemacht haben – so denken die meisten Menschen zunächst. Wenn in Dormagen ein Sozialarbeiter nach der Geburt des Kindes vorbeikommen möchte, dann hat das meist einen anderen Grund. Die Mitarbeiter des Sozialpädagigischen Dienstes (SpD)/ Erzieherische Hilfen vom Familienbüro Dormagen möchten den jungen Familien mit dem „Babybegrüßungspaket“ gratulieren, sie kennenlernen und zeigen: „Wir sind für Euch da, wenn Ihr uns braucht.“

Im Sozialpädagogischen Dienst sind aktuell 16 Sozialarbeiter und Sozialpädagogen beschäftigt. „Die öffentliche Wahrnehmung ist immer noch so, „das Jugendamt kommt nur wenn man etwas falsch gemacht hat“. Wir wollen vermitteln, dass dies nicht so ist“, sagt Nadine Kays (26) „Natürlich haben wir die wichtige Funktion, Kinder zu schützen. Aber wir fragen auch, was Eltern brauchen, und wie wir sie unterstützen können“, sagt Sozialarbeiter und Familien- und Paartherapeut Martin Hüsch-Stelzmann (63).

Das Team ist Ansprechpartner vor Ort, berät und betreut Familien bei jeglichen Fragen und Anliegen. Das können Differenzen in der Familie sein, Überforderung, Probleme in der Schule, Trennung oder Scheidung oder die Begleitung von Jugendlichen im Strafverfahren. In 95 Prozent der Fällen, so schätzt Martin Hülsch-Stelzmann, melden sich die Familien selbst bei den Sozialarbeitern.

  • Für wichtige Fragen hat das Kreis-Gesundheitsamt
    Corona im Rhein-Kreis Neuss : 787 Menschen sind aktuell nachweislich infiziert
  • 333.190























Wahlberechtigte im Rhein-Kreis Neuss entscheiden
    Parteien und Kandidaten im Rhein-Kreis Neuss : Bundestagswahl mit Kopf-an-Kopf-Rennen
  • Annalena Baerbock, Parteivorsitzende und Kanzlerkandidatin von
    Globaler Streik  : Baerbock bei Klima-Demonstranten - Zehntausende Teilnehmer in NRW

Mit dem Babybegrüßungspaket, einem Projekt, das 2006 vom damaligen Bürgermeister Heinz Hilgers ins Leben gerufen wurde, erhalten frischgebackene Eltern von den Sozialarbeitern ein Paket. Darin finden sie neben kleinen Geschenken zur Geburt auch Infomaterial und eine Einladung zu einem Kennenlernen. Die Wahrnehmung des Treffens ist freiwillig. Bei einem etwa einstündigen Gespräch treffen die Eltern einen Sozialarbeiter und können Fragen stellen. „Wir wollen so dem Jugendamt ein Gesicht geben und zeigen, dass wir von Anfang und auch zu jedem späteren Zeitpunkt für die Familie da sind“, sagt Nadine Kays. Man wolle so auch Angst vor einer Kontaktaufnahme nehmen.

Das Ziel bei der Zusammenarbeit mit den Familien ist es, sie zusammenzuhalten und zu stärken. „Unser Ansatz ist es, Lösungen immer gemeinsam mit der gesamten Familie zu erarbeiten“, sagt Nadine Kays. „Wir betreiben zudem Netzwerkarbeit, nehmen beispielsweise Kontakt zu Ärzten oder Schulen auf“, ergänzt Martin Hüsch-Stelzmann. Außerdem haben die Sozialarbeiter Kontakt zu 60 bis 80 freien Mitarbeitern, die punktuell und ambulant eingesetzt werden können. Die Palette ist breit und reicht von Kinderkrankenschwestern bis zu Familienpflegern. Auch zwei Familienhebammen können zur Hilfe eingesetzt werden. „Die Stadt Dormagen hat alle Angebote rund um Familien und Kinder im Familienbüro gebündelt“, erklärt Fachbereichsleiterin Martina Hermann-Biert.

Besonders an der Arbeit des Jugendamtes ist, dass es für die Familien immer einen Ansprechpartner gibt, der sie betreut. Nadine Kays ist zuständig für Delhoven und einem Teil von Rheinfeld. Vor ihrem Job im Familienbüro hat die Kölnerin in der stationären Jugendhilfe gearbeitet: „Die Arbeit hier hat mich sehr gereizt, weil sie sehr abwechslungsreich ist, nie weiß, was auf einen zu kommt. Ich bin nach wie vor, sehr glücklich hier zu sein.“

Martin Hüsch-Stelzmann findet besonders die Mischung des Teams super: „Es gibt junge und erfahrene sowie männliche und weibliche Kollegen und damit für die Familien für jedes Problem einen passenden Ansprechpartner.“ Der Zonser arbeitet seit 1992 im Sozialpädagogischen Dienst. Im Familienbüro betreut er die Bezirke Gohr und Ückerath und koordiniert die sozialpädagogischen Familiendienste sowie die Jugendhilfe im Strafverfahren.