Dormagen: Solarenergie versorgt Wohnquartier in Horrem

Dormagen: Solarenergie versorgt Wohnquartier in Horrem

Die Gemeinnützige Baugenossenschaft Dormagen hat ein neues Nahwärmenetz installiert, das 54 Wohnungen mit Wärme versorgt.

Vielleicht ist das, was sich gestern Vormittag am Weißdornweg in Horrem tat, beispielgebend für das ganze Land. Franz Bergen hält es jedenfalls für möglich, dass bald auf der Internetseite der Landesregierung das auf Solarenergie basierende Nahwärmenetz als ein Vorzeige-Projekt platziert wird, so der Entwickler und Lieferant des XXL-Speichers mit einem Fassungsvermögen von 24 000 Liter Heizenergie. Die Investition in die energetische Großmodernisierung der Häuser beträgt rund 5,2 Millionen Euro. Hierin enthalten ist das neue Nahwärmenetz mit Solarunterstützung.

Der Speicher gehört jedenfalls zu den größten Vertretern seiner Art. Gestern wurde er von einem mächtigen Kran in einen Kelleranbau am Weißdornweg eingelassen. Er versorgt 54 Wohnungen mit Heizenergie und stellt das Herzstück eines neuen, umweltfreundlichen Nahwärmenetzes dar, das die Baugenossenschaft für ihre Wohngebäude am Rotdornweg sowie Weißdornweg installiert hat. Sonnenkollektoren auf den Dächern dieser Gebäude erzeugen die Energie, die in dem Speicher zentral gesammelt und an die Haushalte verteilt wird. "Da wir unsere Objekte in diesem Wohnquartier ohnehin umfassend modernisieren, hat sich die Chance ergeben, hier eine nachhaltige Energieversorgung in großen Dimensionen einzurichten", erklärt Martin Klemmer, Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft. "Mit dieser Maßnahme möchten wir unseren Mitgliedern, die dort wohnen, langfristig stabile Heizkosten ermöglichen." Das sieht konkret so aus: Die Baugenossenschaft erwartet eine jährliche Einsparung der Nebenkosten in Höhe von 27 700 Euro. "Der Gasverbrauch wird von heute 46 000 Kubikmeter auf etwa 16 000 Kubikmeter sinken", sagt Experte Franz Bergen. "Mit jeder Kilowattstunde werden 27 Cent gespart." Weil sich aus Sicht der Baugenossenschaft eine Investition in Photovoltaik nur noch eingeschränkt lohnt, "gehen wir andere Wege", sagt Klemmer. "Durch den Einsatz von Solarthermie, also Erzeugung von Warmwasser durch Sonnenenergie, erreichen wir eine spürbare Reduzierung der Nebenkosten." Allerdings verpufft dieser Effekt, wenn aufgrund dieser Perspektive beispielsweise deutlich mehr geduscht oder gebadet wird. Darüber hinaus schont dieses Projekt die Umwelt, da rund 80 Tonnen CO2 weniger produziert werden.

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Das Krefelder Ingenieurbüro Eukon hat den Speicher speziell für die Gegebenheiten vor Ort konzipiert. Anschließend wurde er am Bodensee gefertigt und per Tiefstapler nach Dormagen transportiert. Die Solaranlage verfügt über eine Gesamtfläche von 242 Quadratmetern und besteht aus langlebigen Vakuum-Röhrenkollektoren. Liefert sie im Winter nicht genügend Energie, wird eine ebenfalls neu installierte Gasbrennwerttherme hinzugeschaltet. Die Objekte an Rotdornweg und Weißdornweg stammen aus den 1960er Jahren. Weitere Modernisierungsmaßnahmen verbessern die Energiebilanz, wie besser isolierte Fenster und Fassaden sowie dezentrale Wohnraumlüftungen mit Wärmerückgewinnung.

(NGZ)
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