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„Do.Queer-Day“ : Themenabend für queere Menschen in Dormagen

„Do.Queer-Day“ : Themenabend für queere Menschen in Dormagen

Gemeinsam mit der Organisation „Do.Queer“ möchte sich die Stadt Dormagen mehr für queere Menschen einsetzen. Dafür wurde ein Themenabend in der „Rübe“ in Horrem veranstaltet.

Am vergangenen Freitag fand der erste „Do.Queer-Day“ auf dem Gelände der „Rübe“ in Horrem statt - ein Themenabend für junge Menschen, der sich mit dem „queer sein“ auseinandersetzte.

Ein Leben ohne Diskriminierung. Das wünscht sich David Becker (17) für sich und seine Mitmenschen. Aus diesem Grund rief er die Organisation „Do.Queer“ ins Leben, die sich aus dem Begriff Dormagen und „queer“ zusammensetzt. Der Begriff „queer“ kommt aus dem Englischen und umfasst Menschen, die sich bezüglich ihrer sexuellen Orientierung nicht als heterosexuell bezeichnen oder hinsichtlich ihrer Geschlechtsidentität nicht als „Cisgender“, also nicht mit ihrem angeborenen Geschlecht, identifizieren.

In einer Freitagnacht im März 2020 schrieb David Becker Bürgermeister Erik Lierenfeld eine E-Mail. Er sei frustriert gewesen und fand, dass in Dormagen zu wenig gegen Homophobie getan werde. Mit einer baldigen Antwort des Bürgermeister hatte er laut eigener Aussage nicht gerechnet. Doch kurz darauf sei Becker zu einem unerwarteten Gespräch mit dem Bürgermeister eingeladen worden. Gemeinsam habe man überlegt, was die Stadt Dormagen tun könnte, damit sich queere Person in Dormagen wohler fühlen.

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„Die meisten meiner Freunde sind auch Teil der queeren Community, eigentlich alle wollen so schnell wie möglich hier wegziehen“, berichtet David. Diskriminierende Rufe auf der Straße und Mobbing in den Schulen stehe immer noch auf der Tagesordnung. Dagegen wollte der 17-Jährige etwas unternehmen. Zusammen mit der Stadt Dormagen wurde eine Regenbogenflagge am Rathaus aufgehangen und alle Eingänge des Rathauses mit Regenbogenstickern versehen. „Damit verändern wir nicht die Welt, aber wir geben ein klares Statement als Stadt Dormagen ab“, erklärt Bürgermeister Erik Lierenfeld.

Um noch mehr zu bewirken, wurde dann beschlossen, dass ein Themenabend für queere Jugendliche organisiert werden soll. Ursprünglich sollte dieser bereits im November 2020 stattfinden, doch durch die Corona-Pandemie musste die Aktion verschoben werden. Nun konnte nach monatelanger Planung der „Do.Queer-Day“ unter Einbehaltung der 3G-Regel abgehalten werden. Die Veranstaltung wurde von jungen Menschen gut besucht. Jeder bekam am Eingang einen kleine Präsenttüte, in der sich neben Aufklärungsbroschüren zum Thema unter anderem auch eine Regenbogenmaske befand. Auf dem Gelände konnten sich die Jugendlichen miteinander austauschen und auch mit den Gästen reden. Zu den Gästen gehörten das „anyway köln“, ein Jugendzentrum für queere Jugendliche, „SCHLAU Düsseldorf,“ eine Organisation die Aufklärungsworkshops rund um das Thema Identität für Schulen anbietet und die DAK Blutspende, die sich dem Thema Blutspenden als homosexueller Mann annahm. Außerdem waren Vertreter der Caritas, der Antidiskriminierungsstelle Dormagen und Bürgermeister Erik Lierenfeld anwesend.

Die Veranstaltung startete um 17.30 Uhr. Bürgermeister Erik Lierenfeld berichtete davon, dass er selbst in seinem Leben schon Erfahrungen mit Diskriminierung gemacht habe. Ihm sei wichtig: „Jeder sollte andere so achten, wie er es bei sich selbst auch möchte“. Die Veranstaltung fand um 20 Uhr ihr Ende. Auch heterosexuelle Menschen, die sich mehr mit dem Thema auseinandersetzten wollten, waren eingeladen den „Do.Queer Day“ zu besuchen. Zu den Organisatoren gehörten neben David Becker, auch Sascha Jäckel, der Leiter des Jugendforums Rhein-Kreis Neuss. Das Jugendforum gehört zu dem Bundesprojekt „Demokratie leben“, das die Zielsetzung einer offenen, lebensfreundlichen Gesellschaft hat, in der Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit keinen Platz haben. Eine nächste Aktion des Jugendforums Rhein-Kreis Neuss ist ein Integrationslauf in Neuss am 3. Oktober. Von Seite der Stadt Dormagen unterstützte Daniela Mohrs den queeren Themenabend. Sie ist bei der Stadt Dormagen unter anderem für die Jugend- und Sozialförderung zuständig und hat den „Do.Queer-Day“ vor allem organisatorisch unterstützt. In der „Rübe“, in der die Veranstaltung stattgefunden hat, ist Becker schon seit Jahren ein bekanntes Gesicht, so dass es naheliegend war, den „Do.Queer-Day“ dort hinzulegen.

David, der lieber Kleidung trägt, die als eher feminin wahrgenommen wird, habe sich immer wieder abwertenden Bemerkungen stellen müssen. Doch trotzdem möchte er andere junge Menschen dazu ermutigen zu sich zu stehen. Seine Botschaft an die Jugendlichen am Freitag: „Lasst euch nicht unterkriegen!“