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Dormagen: Kabarettist Florian Schroeder stellt neues Programm vor

Dormagen : Kabarettist Florian Schroeder stellt neues Programm vor

Der Kabarettabend in der Kulturhalle war - wie meist - ausverkauft. Zu Gast: Florian Schroeder. Der viel beschäftigte Kabarettist, Buchautor, TV- und Radiomoderator sowie regelmäßiger Kolumnist bei einer großen Tageszeitung hielt sich nicht mit langen Vorreden auf, er zerlegte in seinem Programm Politik und Gesellschaft - getreu seinem Motto: "Erst wenn Kabarett richtig böse ist, ist es wirklich gut." Wir befinden uns im "Ausnahmezustand", so der Titel seines neuen Programms. Der Dormagener Abend war Vorpremiere: "Es wird Gags geben, die werdet Ihr nie wieder hören."

Ganz aktuell die witzige Interpretation des TV-Duells zwischen Kanzlerin und Herausforderer, der "Balsam für die Seele von Würselen in uns" ist. Immerhin: Schulz hat kein Abitur, spricht aber fünf Sprachen. "Das kann außer ihm nur Oettinger." Kurze Einspielungen auf Leinwand der auch dadurch multimedialen Show passen haargenau. Alle Parteien werden sarkastisch hinterfragt und auch die Weltpolitik spielt eine Rolle: "Ist Trump Rassist? Nein! Dazu ist der Mann zu doof." Dagegen setzt Florian Schroeder seine "Aktion 2025 - wieder Mensch sein!" Ihr Ziel: Das Andere anerkennen und nicht unter dem Vorwand der Integration unterwerfen.

Spontaneität und milde Ironie kennzeichnen seine Interaktion mit dem Publikum, etwa mit Bürgermeister Erik Lierenfeld: "Das ist aber ein Frauenpullover mit V-Ausschnitt, den Du da anhast." "Ich bin privat hier." "Ein Bürgermeister ist nie privat. Er gehört in einen Anzug." Bitterböse ist dann wieder die Auseinandersetzung mit den primitiven Texten von Helene Fischer & Co. Köstlich aber wirkt die Parodie einer Markus Lanz-Talkrunde, in der sich sogar Marcel Reich-Ranicki aus dem Himmel zum Ausnahmezustand auf Erden äußert.

Der nächste Kabarett-Abend in der Kulle ist am 25. Oktober. Dann tritt Christoph Sieber auf.

(nima)