Dormagen: Anklage für Bluttat in Delrath

Dormagen : Anklage für Bluttat in Delrath

Heimtückischer Mord und schwere Vergewaltigung – so lautet die Anklage für einen 44 Jahre alten Unternehmer aus Köln, der vor fünf Monaten in Delrath aus Eifersucht eine Bluttat begangen haben soll.

Heimtückischer Mord und schwere Vergewaltigung — so lautet die Anklage für einen 44 Jahre alten Unternehmer aus Köln, der vor fünf Monaten in Delrath aus Eifersucht eine Bluttat begangen haben soll.

Fünf Monate nach dem gewaltsamen Tod eines 23-jährigen Dormageners hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf jetzt Anklage gegen einen 44 Jahre alte Unternehmer aus Köln erhoben. Er soll den jungen Mann in der Wohnung seiner Ehefrau in Delrath kaltblütig mit einem Kopfschuss getötet haben. Danach soll der mutmaßliche Täter seine Frau gezwungen haben, mit ihm ins Auto zu steigen. Später soll er sie in einem Hotel in Frechen vergewaltigt haben.

"Die Anklage lautet nun auf heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen und schwere Vergewaltigung", sagt Staatsanwältin Britta Schreiber. Sie hat in den letzten fünf Monaten mit der Kriminalpolizei die Ermittlungen gegen den Angeklagten geführt. Der 44-Jährige, der in Köln einen privaten Rettungsdienst betrieben hatte, hatte sich noch am Tattag in Nippes der Polizei gestellt.

Er war mit einer Pistole bewaffnet am letzten Sonntag im Oktober vergangenen Jahres zur Wohnung seiner Frau nach Delrath gefahren, um dort mit ihr zu reden. Die 22-Jährige hatte zuvor per Internet die gemeinsame Beziehung beendet, unter anderem hatte sie hier laut Ermittlungen angegeben, dass sie den Kokain-Konsum ihres Mannes nicht länger tolerieren wolle. "Er hat es immer wieder versucht, sie wollte allerdings nicht mit ihm sprechen. Daraufhin hat er die Tür eingetreten", so Schreiber.

Die 22-Jährige und ihr langjähriger Schulfreund saßen in der Wohnung auf der Couch, als es dort zu einem verhängnisvollen Wortwechsel kam. Der 44-Jährige habe die 22-Jährige aufgefordert, mit ihm zu sprechen, sie habe dies abgelehnt, so Staatsanwältin Schreiber. "Daraufhin hat er seine Waffe gezogen, sie dem 23-Jährigen an den Kopf gehalten und abgedrückt." Anschließend habe seine völlig schockierte Ehefrau mit ihm ins Auto steigen müssen.

Bislang hatte es geheißen, beide seien in ein Hotel in Frechen gefahren, um sich auszusprechen. Das war jedoch offenbar nur die halbe Wahrheit. "Sie musste ihn tatsächlich in das Hotel begleiten. Hier hat er sie dann aber vergewaltigt", so Schreiber. Danach habe er seine Frau zurückgelassen und sei später mit seinem Sportwagen bei der Polizei vorgefahren, um sich zu stellen. "Ich gehe von einem heimtückischen Mord aus, weil das Opfer völlig arg- und wehrlos war", so die Staatsanwältin.

Bei dem Opfer habe es sich um den "besten Freund" der jungen Frau aus gemeinsamen Schulzeiten gehandelt. "Eine Liebesbeziehung oder Affäre zwischen den beiden gab es nicht." Der 23-Jährige ist offenbar ein Zufallsopfer geworden. Mit dem Beginn des Verfahrens vor dem Düsseldorfer Landgericht wird im Frühsommer gerechnet.

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(NGZ)