Dormagen: Eifersuchtsdrama in Delrath

Dormagen : Eifersuchtsdrama in Delrath

Nach dem Mord an einem 23-Jährigen in Dormagen sind neue Details bekannt geworden. Ein 44-Jähriger hatte am Sonntag den vermeintlichen Freund seiner getrennt von ihm lebenden Ehefrau erschossen. Entgegen ersten Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft handelte es sich bei dem getöteten 23-Jährigen aber nicht um den Freund der 22 Jahre alten Frau.

Vielmehr gehen die Ermittler davon aus, dass es sich bei dem Opfer lediglich um einen langjährigen Bekannten der Ehefrau handelt. Das hätten die Vernehmungen in der vergangenen Nacht ergeben, teilte die Polizei am Montag mit.

Staatsanwältin Britta Schreiber sagte, die 22-jährige Ehefrau habe bestritten, mit dem Opfer eine Affäre gehabt zu haben. Vielmehr sei sie schon seit vielen Jahren mit dem 23-Jährigen bekannt und befreundet gewesen. Sie habe am Sonntag in ihrer Wohnung in Dormagen mit dem Mann auf der Couch gesessen, als gegen 12.30 Uhr ihr Ehemann die Tür eingetreten habe.

"Ob es danach noch zu einer längeren Diskussion gekommen ist oder ob der 44-Jährige unmittelbar geschossen hat, können wir noch nicht sagen", sagte Staatsanwältin Schreiber. In jedem Fall habe der Kölner Geschäftsmann eingeräumt, den 23-Jährigen getötet zu haben.

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Die mutmaßliche Tatwaffe habe er nicht legal besessen. Wie er in den Besitz der Waffe kam, sei noch unklar. Möglicherweise habe der 44-Jährige den langjährigen Bekannten seiner getrennt lebenden Frau für deren Geliebten gehalten und ihn deshalb erschossen.

Nach den tödlichen Schüssen war der 44-Jährige zunächst mit seiner Frau in ein Hotel in Frechen geflüchtet. Dort habe es noch eine letzte Unterhaltung gegeben. Anschließend habe der Mann seine Frau dort zurückgelassen und sei mit seinem Sportwagen weggefahren.

"Wenig später hat er sich dann der Polizei gestellt", sagte Schreiber. Nach Angaben der Staatsanwältin handelt es sich bei dem mutmaßlichen Todesschützen um einen erfolgreichen und vermögenden Kölner Firmenbesitzer. Der Mann sei zweifacher Familienvater und bislang nicht vorbestraft. Was ihn letztlich zu der Tat getrieben habe, sei noch unklar.

Die Staatsanwaltschaft kündigte an, gegen den Unternehmer einen Haftbefehl wegen Totschlags zu beantragen. Noch im Laufe des Montags wurde der Mann in Neuss einem Haftrichter vorgeführt.

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(ots/ddp)
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