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Dormagen: A 57-Brand: Raststätte gefährdet?

Dormagen : A 57-Brand: Raststätte gefährdet?

Die Verkehrsinfrastruktur ist nach der Massenkarambolage auf der A 57 zusammengebrochen. Während sich die Situation in einigen Bereichen normalisiert – seit gestern kann die Industriebahn Zons-Nievenheim wieder fahren –ist die Lage auf den Straßen noch schwierig.

Über die Herausforderungen der Speditionsunternehmen hat unsere Redaktion mit Claus-Peter Woitschützke, Logistikexperte und stellvertretender Schulleiter am BBZ Dormagen, gesprochen.

Claus-Peter Woitschützke: "Ich könnte mir vorstellen, dass einige Unternehmen eine zusätzliche Nachtschicht fahren."

Herr Woitschützke, welche Bedeutung hat die A 57 für die Unternehmen der Region?

Claus-Peter Woitschützke Ich will nicht übertreiben, aber die A 57 ist schon eine Lebensader für das hiesige Gewerbe, vor allem für die Frachtführer, und auch für die Pendler in der Region. Der Unfall ist natürlich verheerend.

... und auch existenzbedrohend für manches Unternehmen?

Woitschützke Die Speditionen werden eine Lösung finden, auch wenn es nicht viele Alternativen gibt. Schwierig wird es aber sicherlich für die Raststätte Nievenheim.

Offergeld-Geschäftsführer Wilhelm Koch hat gefordert, Wirtschaftswege zu öffnen, damit wenigstens die Mitarbeiter gut zu ihrem Arbeitsplatz kommen.

Woitschützke Das ist sicherlich eine Überlegung, die von der Stadt Dormagen und dem Rhein-Kreis Neuss geprüft werden sollte.

Problematisch ist die Situation insbesondere für so genannte Just-in-time-Unternehmen, die also passgenau arbeiten.

Woitschützke Das stimmt. Ich kann mir vorstellen, dass Speditionen, die als sogenannte JIT-Dienstleister arbeiten, eine zusätzliche Nachtschicht fahren, also eine dritte Schicht einlegen, um so über die 0-Uhr-Grenze hinaus fahren zu können.

Welche Ausweichmöglichkeiten haben die hiesigen Unternehmen?

Woitschützke Es gibt kaum Alternativen für die Logistiker, den Handel und das produzierende Gewerbe vor Ort: Die lokalen Verkehrswege wie die B 9 oder B 477 sind offenbar im Moment überlastet. Unternehmen, die die A 57 nur als Transitstrecke nutzen, können aber auf andere Strecken ausweichen, etwa auf die A 3, A 59 oder A 61. Von daher ist der Unfall eher ein lokales bis regionales Problem.

Kann von den Schwierigkeiten auf der Straße der Bahn- oder Schiffsverkehr profitieren?

Woitschützke In Dormagen wird das größte Geschäft über die Straße abgewickelt. Nur wenige Unternehmen sind an Bahn oder Schiff angeschlossen.

Jens Krüger führte das Gespräch

(NGZ/rl/top)