Nach Feuer und Massenunfall: A 57: Brücke wird komplett abgerissen

Nach Feuer und Massenunfall: A 57: Brücke wird komplett abgerissen

NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger hat sich vor Ort bei Joachim Minten, leitender Baudirektor bei Straßen NRW, über das weitere Vorgehen in Sachen A 57 informiert. Die wichtigstge Nachricht: Die zerstörte Brücke muss komplett abgerissen werden. Der Schaden liegt bei etwa acht Millionen Euro. Nach Ostern sollen zwei Behelfsbrücken fertig sein.

Mit den Arbeiten wird demnach schon in der kommenden Woche begonnen werden. In einem ersten Schritt sollen zwei Behelfsbrücken mit jeweils zwei Fahrbahnen installiert werden. Auf den Brücken werden dann Tempo 60 und ein Überholverbot gelten. Fertig sollen die Stahlbrücken nach Ostern sein. Für sechs Wochen wird es an der betroffenen Stelle eine Vollsperrung geben. Die Kosten belaufen sich auf 7,5 Millionen Euro.

Verkehrsminister Voigtsberger zeigte sich betroffen über das Ausmaß der Tragödie. "Es ist jetzt angesagt, dass alle Brücken geprüft werden und alles brennbare Material darunter entfernt werden muss", sagte Voigtsberger. Außerdem müsse der Täter sofort gefasst werden, da sonst das Risiko sehr groß sei, dass dieser noch einmal zuschlage. Deshalb überlege er auch, dass das Verkehrsministerium eine Prämie auf die Ergreifung des Brandstifters aussetzen könnte. Ein solcher Fall dürfe sich niemals wiederholen.

Baudirkektor Joachim Minten zeigte sich zuversichtlich, die Strecke in der ersten Woche nach Ostern wieder freigeben zu können. "Das ist jetzt ein Wort von mir und das gilt", sagte er. Er habe auch ein großes persönliches Interesse daran, denn das sei sein letzter Dienstmonat, bevor er in Ruhestand gehe. Überlegungen, die Fahrbahn Richtung Düsseldorf abzustützen, habe man verworfen und sich stattdessen für die "risikofreie Lösung" entschieden.

Die Planungen für eine neue, dauerhafte Brücke laufen schon, heißt es seitens Straßen NRW. Sie soll gemäß den langfristigen Planungen für den A57-Aufbau Platz für sechs Spuren bieten. Als Bauzeit werden anderthalb Jahre veranschlagt. In fünf Jahren soll der komplette Autobahnabschnitt dann sechsspurig ausgebaut sein.

Die Ermittlungen der Polizei

Die Polizei verfolgt indes womöglich eine Spur. Offenbar besteht ein Zusammenhang im zwischen der Brandstiftung und einem gestohlenen Transporter. Polizeisprecher Andre Hartwich sagte: "Es ist aktuell unsere beste Spur."

  • Fotos : Verkehrsminister besichtigt Schäden auf A57

Am Sonntagabend, einen Tag vor der schrecklichen Massenkarambolage mit einem Toten und acht Schwerverletzten, wurde in Dormagen ein VW Transporter gestohlen. Das Fahrzeug wurde am Montag, 20.30 Uhr, in Nievenheim aufgefunden – nur 200 Meter von der Autobahnbrücke entfernt, unter der Unbekannte einen drei Meter hohen Stapel mit Kunststoffrohren angezündet hatten.

Die Rauchentwicklung führte zu so starker Sichtbehinderung, dass kurz nach Mitternacht 21 Fahrzeuge auf der Brücke ineinander fuhren. Der Gesundheitszustand der schwer verletzten, 35-jährigen Neusserin, ist unverändert kritisch.

Ein Polizeisprecher bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion, dass Hinweise aus der Bevölkerung vorliegen. Näheres wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Die heißeste Spur führt zum Diebstahl des Fahrzeugs.""Dieser Zusammenhang wird derzeit geprüft", sagt Polizeisprecher Jochen Schütt.

Nach ersten Ermittlungen der Polizei muss der Wagen, der der Arbeiterwohlfahrt in Dormagen gehört, in den Zaun einer Firma gefahren sein, die Baumaschinen und Werkzeuge europaweit versteigert. Dabei wurden Arbeitsmaschinen, darunter zwei Gabelstapler, in Mitleidenschaft gezogen.

Ob es Jugendliche waren, die zuerst den Transporter entwendeten, ihn in den Zaun fuhren und wenige Meter weiter das Feuer entfachten, "wird geprüft", so der Düsseldorfer Polizeisprecher.

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