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Kurz vor Ablauf von 100-Tage-Ultimatum Verdi droht mit unbefristeten Streiks an NRW-Unikliniken

Düsseldorf · Kurz vor dem Ablauf ihres 100-Tage-Ultimatums für bessere Arbeitsbedingungen in den nordrhein-westfälischen Unikliniken fasst die Gewerkschaft Verdi unbefristete Streiks ins Auge.

 Verdi hatte die Arbeitgeber aufgefordert, bis zum 1. Mai einen Tarifvertrag zur Entlastung der Beschäftigten an den Unikliniken abzuschließen. (Archivbild)

Verdi hatte die Arbeitgeber aufgefordert, bis zum 1. Mai einen Tarifvertrag zur Entlastung der Beschäftigten an den Unikliniken abzuschließen. (Archivbild)

Foto: dpa/Uwe Anspach

„Der Leidensdruck ist groß, die Entschlossenheit aber auch“, sagte die Verdi-Landesfachbereichsleiterin, Katharina Wesenick, am Donnerstag. Von unbefristeten Streiks sei in der kommenden Woche auszugehen. Die Verdi-Mitglieder der sechs NRW-Unikliniken konnten darüber in den letzten Wochen abstimmen. Das Ergebnis werde in den nächsten Tagen feststehen, so Wesenick. Verdi geht davon aus, dass im Streikfall Notdienstvereinbarungen genutzt und nicht-akute Eingriffe in den Kliniken verschoben werden.

Auf die im Januar gestellten und mit einem Ultimatum versehenen Forderungen habe es vom Arbeitgeberverband keine Antwort gegeben, sagte Wesenick. Verdi hatte die Arbeitgeber aufgefordert, bis zum 1. Mai 2022 einen Tarifvertrag zur Entlastung der Beschäftigten an den Unikliniken abzuschließen. Dabei ging es auch um einen Ausgleich bei Unterbesetzung in Form von Freizeit. „So hätten die Arbeitgeber einen Anreiz, um mehr Personal einzustellen“, sagte Wesenick. Verdi NRW unterstrich dabei, man habe nicht nur die Pflege im Blick, denn ein Krankenhaus funktioniere nur mit allen Berufsgruppen. Der angestrebte Tarifvertrag solle Vorbild für alle Krankenhäuser in NRW sein.

Auch für Nachwuchskräfte seien bessere Bedingungen dringend erforderlich: Jeder vierte Auszubildende verlasse den Gesundheitsbereich vor Ausbildungsende. „Die Beschäftigten haben gar keine Zeit, die Leute auszubilden“, so Wesenick. „Die müssen dann teilweise im ersten Lehrjahr Menschen alleine in den Tod begleiten.“ Der seit Jahren herrschende massive Personalnotstand habe in den Einrichtungen zu einer unerträglichen Belastungssituation der Beschäftigten und dadurch zu einer hohen Fluktuation geführt.

(bora/dpa)
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