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Campus-Neubau der FH Bielefeld: Wie der Landesbetrieb 100 Millionen Euro versenkt

Campus-Neubau der FH Bielefeld : Wie der Landesbetrieb 100 Millionen Euro versenkt

Wegen Planungsfehlern beim Bau einer neuen Fachhochschule in Bielefeld müssen die NRW-Steuerzahler Mehrkosten in Höhe von knapp 100 Millionen Euro verkraften. Bauherr ist der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB).

Die drastische Kostenexplosion belegen vertrauliche Unterlagen des BLB-Verwaltungsrates, die unserer Zeitung vorliegen. Darin kritisieren die Aufseher: "In fast allen Räumen sind Anzeichen erkennbar, dass Installationen mangelhaft sind." Abhilfe gegen diese Mängel verlaufe unkoordiniert.

Weil dem behördenähnlichen Unternehmen bereits die Kosten für den Neubau des Landesarchivs in Duisburg und für zahlreiche andere NRW-Projekte außer Kontrolle geraten sind, ermittelt seit über vier Jahren ein Team von Staatsanwälten und Beamten des Landeskriminalamtes - bislang ohne Ergebnis.

Den Unterlagen zufolge waren die Kosten für den Bielefelder Neubau ursprünglich auf 162 Millionen Euro angesetzt. Termin für die Fertigstellung war der vergangene Herbst. Inzwischen liegen die Kosten bei 259 Millionen Euro - und der Bau ist immer noch nicht fertig.

Wann die Studenten dort ihre Arbeit aufnehmen können, ist unklar; der BLB will keinen Ersatztermin für die geplante Eröffnung im Herbst nennen. "Wir haben mit diesem Projekt ein großes Problem", räumte ein BLB-Sprecher gestern ein.

Wie unsere Zeitung aus Kreisen der Landesregierung erfuhr, hat das NRW-Finanzministerium den Landesrechnungshof (LRH) eingeschaltet. Ein LRH-Sprecher bestätigte, dass die Behörde "neue Untersuchungen zum BLB-Komplex Bielefeld" aufgenommen habe.

Eine Analyse dazu lesen Sie hier.

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(RP)