Düsseldorf: Wieder 800.000 Euro für Umzug des Info-Pavillons?

Düsseldorf : Wieder 800.000 Euro für Umzug des Info-Pavillons?

Der gläserne Bau, in dem über die Großprojekte Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie informiert wird, hat die Stadt bereits zwei Millionen Euro gekostet - 800.000 nur für einen Umzug. Fest steht: 2015 soll der Pavillon weg vom Corneliusplatz.

Mit Pavillons scheint die Stadt Düsseldorf kein allzu glückliches Händchen zu haben. Gleich zwei dieser Bauwerke haben ihr einen Eintrag in das Schwarzbuch eingebracht, in dem der Bund der Steuerzahler Verschwendungen von Steuergeldern auflistet. Der erste war der Lüpertz-Pavillon, der 2006 bei der Quadriennale für 550.000 Euro im Ehrenhof gebaut wurde und noch immer in einem Lager der Stadttochter IDR unverkäuflich eingemottet ist.

Den zweiten Eintrag gab es für den gläsernen Kasten, in dem Informationen über die Projekte Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie ausgestellt werden. Dass er 1,4 Millionen Euro gekostet hat, ließ der Steuerzahlerbund noch durchgehen. Schließlich ist das Gebäude mit Aufzug und Klimaanlage ausgestattet. Es war der Umzug des Pavillons vom Schadow- zum Corneliusplatz im Oktober 2012, der als Verschwendung eingestuft wurde. Die Distanz von 100 Metern Luftlinie wurde per Tieflader zurückgelegt, Fundamente wurden gegossen. Die Kosten der Aktion: 770.000 Euro.

Im nächsten Jahr steht erneut ein Umzug des Kubus an. Kaum jemand möchte ihn dort stehenlassen, wo er jetzt ist, um Kosten zu sparen. Denn der Corneliusplatz soll mit Schalenbrunnen, Magnolien und Grünflächen nach dem Start der Wehrhahn-Linie wieder so angelegt werden, wie er vor dem U-Bahnbau war. Stören würde der Pavillon an dieser Stelle auch deshalb, weil eines der Hauptziele des Projekts Kö-Bogen die Anbindung der Königsallee an den Hofgarten ist.

Also wieder ein teurer Umzug. Nur: wohin? Seitens der Stadt, so betonte Bonin, habe man sich noch nicht festgelegt. Allerdings könnten sich bei einer längeren Umzugsstrecke die Kosten "unter Umständen ein wenig erhöhen". Linken-Ratsherr Georg Blanchard pochte deshalb im Stadtrat auf einen endgültigen Standort: "Wir können doch nicht jedes Mal für den Umzug eine Million Euro ausgeben!" Alexander Fils, Planungsexperte der CDU, schlägt das Rheinufer vor - auf Höhe der Altstadt oder auf dem neu zu gestaltenden Bereich zwischen Oberkasseler Brücke und Rheinterrasse.

"Dann wäre der zwölf Meter hohe Turm mit der Aussicht das Highlight." Bei der Nutzung plädiert Fils für einen reinen Planungspavillon, in dem auch das dreidimensionale Stadtmodell ausgestellt werden könnte. Fils kann sich aber auch eine temporäre Nutzung vorstellen, bei der Investoren großer Bauprojekte den Infostand aufstellen, dafür aber den Umzug bezahlen.

Für Grünen-Fraktionschef Norbert Czerwinski ist das ausgeschlossen. "Das ist unser Pavillon, der soll dem Diskurs dienen und nicht den bunten Bildchen eines Investors." Eine Idee für einen konkreten neuen Standort hat Czerwinski zwar nicht: "Er muss aber eine hohe Publikumsfrequenz haben und in die Umgebung passen." SPD-Fraktionschef Markus Raub findet, dass schon der Corneliusplatz als Standort wenig Sinn gemacht habe. Nun sei es Aufgabe der Stadtverwaltung neue Vorschläge zu machen. Raub plädiert dafür, in dem Pavillon einen Überblick über wichtige Bauprojekte in der Stadt zu geben.

FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus bringt angesichts der hohen Umzugskosten eine radikale Lösung ins Spiel. Sein Vorschlag: den Pavillon 2015 meistbietend zu versteigern. "Er hat aber seinen Dienst getan. Weg damit!"

(RP)