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NRW löst mit Erwerb von Brockhaus-Lizenz für Schüler Diskussion aus

Online-Enzyklopädie : NRW löst mit Erwerb von Brockhaus-Lizenz für Schüler Diskussion aus

Das Land NRW hat im Zuge seiner Digitalisierungskampagne für Schulen eine Dreijahreslizenz für die Brockhaus-Online-Enzyklopädie erworben. Nicht wenige Internetnutzer halten die Investition für überflüssig.

Zur Unterstützung der Schülerinnen und Schüler beim digitalen Lernen hat das Land NRW eine Drei-Jahres-Lizenz für ein Paket des Brockhaus Online-Nachschlagewerks erworben. Das digitale Lexikon umfasse die Enzyklopädie, ein Jugend- und Kinderlexikon und sei damit der umfassendste fachlich betreute lexikalische Bestand im deutschsprachigen Raum, teilte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag in Düsseldorf mit. Für den Erwerb der digitalen Lernmittel seien 2,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden.

Im Internet entbrannte nach Bekanntwerden eine heiße Diskussion. Viele Nutzer auf Twitter etwa erinnerten die NRW-Regierung daran, dass der Zugang zum Internet und zu Wikipedia doch eigentlich reichen sollten. Und dass die Millionen-Förderung vielleicht besser in Lehrer-Laptops oder Luftfiltergeräte gesteckt werden könne. Andere hielten allerdings auch dagegen mit dem Argument, dass der Brockhaus eine höherwertigere Informationsquelle sei als die Weiten des Internets. An Hochschulen ist Wikipedia beispielsweise meist keine zulässige Quelle.

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„Wir stellen den Schulen damit Lernmaterialien zur Verfügung, die neue Chancen für die digitale Unterrichtsgestaltung bieten“, sagte Gebauer. Die Lizenzen werden über Edmond NRW, den Onlinedienst für Bildungsmedien der Medienzentren in NRW, zur Verfügung gestellt (www.edmond-nrw.de). Nutzungsberechtigt sind alle Schüler, Lehrkräfte und sonstiges pädagogisches Personal an den Schulen in Nordrhein-Westfalen.

Der Brockhaus hatte 2014 seine gedruckte Ausgabe nach 200 Jahren eingestellt, die Redaktion pflegt die digitale Version aber weiter.

(chal/epd)