Streit um Atommüll im Forschungszentrum Jülich: Doch keine Castor-Transporte in NRW nötig?

Streit um Atommüll im Forschungszentrum Jülich: Doch keine Castor-Transporte in NRW nötig?

152 Castorbehälter mit Atommüll des Forschungsmeilers in Jülich könnten den NRW-Straßen erspart bleiben. Im Gespräch mit unserer Redaktion nannte Forschungsministerin Annette Schavan nun Bedingungen.

In den Streit um den Verbleib des Atommülls im Forschungszentrum Jülich hat Bundesforschungsministerin Annette Schavan der rot-grünen Landesregierung Entgegenkommen signalisiert. "Wenn die Experten sagen, dass die Sicherheitsstandards auch in Jülich über 2013 hinaus eingehalten werden, dann wird selbstverständlich auch diese Bewertung in unsere gemeinsamen Überlegungen eingehen", sagte Schavan im Gespräch mit unserer Redaktion.

Rot-Grün in Düsseldorf hatte sich zuletzt gegen den geplanten Transport von 152 Castorbehältern von Jülich ins 200 Kilometer entfernte Zwischenlager nach Ahaus gewandt. "Die Sicherheit der Bürger hat oberste Priorität", betonte Schavan. 2008 seien NRW-Landesregierung und Bundesregierung überzeugt gewesen, dass der Transport nach Ahaus der sicherste Weg sei.

"Wenn die Landesregierung nun den Verbleib in Jülich vorzieht, möchte ich von der Ministerpräsidentin erläutert bekommen, wie sie zu der neuen Bewertung gekommen ist", sagte Schavan. Wer sich Sorge über die Sicherheit des Transports mache, dürfe nicht die Sorge um die Sicherheit vor Ort vergessen, hob die Ministerin hervor. Sie erinnerte daran, dass die Genehmigung für das Zwischenlager in Jülich im Juli 2013 ende. "Wer den Sicherheitsanforderungen gerecht werden will, muss ein neues Zwischenlager bauen und erklären, was in der Zwischenzeit geschehen soll", stellte Schavan heraus.

Das Thema dürfe nicht zwischen Bund und Land zerredet werden. Es gehe darum, gemeinsam den richtigen Weg für bestmögliche Sicherheit zu finden. "Das kann durchaus in den zwischen Bund und Ländern vereinbarten Gesprächen über die Endlagersuche erfolgen", schlug die CDU-Politikerin vor. Wichtig sei es zunächst, dass die Landesregierung die offenen Fragen beantworte.

(das)
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