NRW-Atomkraftgegner machen mobil: Castoren nach Ahaus sollen verhindert werden

NRW-Atomkraftgegner machen mobil : Castoren nach Ahaus sollen verhindert werden

Atomkraftgegner haben massive Proteste gegen die geplanten Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus angekündigt und die Landesregierung kritisiert. "NRW muss sich auf vehementen Widerstand gegen die Castor-Transporte einrichten", sagte der NRW-Landesvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Paul Kröfges, am Donnerstag in Düsseldorf.

Die geplanten Transporte von 300.000 hoch radioaktiven Brennelementekugeln in 152 Castoren bezeichnete Kröfges als "unnütz und provokativ". Auch Siegfried Faust vom "Aktionsbündnis STOP Westcastor" hält es für "unverantwortlich", dass der Atommüll aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich "den Menschen in Ahaus vor die Füße gekippt werden soll". Er spricht sich stattdessen für ein modernes Zwischenlager in Jülich aus.

Bereits zum 18. Dezember rufen die Kernkraftgegner zu einer Demonstration in Ahaus auf. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Transporte schon im Januar losgehen", sagte Udo Buchholz vom "Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen". Er geht von etwa 70 bis 80 Castor-Transporten in NRW aus, weil nur ein Fahrzeug zur Verfügung stehe, das nur ein bis zwei Container pro Fahrt transportieren könne.

Zeitpunkt für die Transporte unklar

Wann genau die Transporte beginnen, könne im Moment jedoch niemand mit Sicherheit sagen. "Wir befinden uns bald in einem rechtsfreien Raum", sagte Faust. Die Genehmigung für die Lagerung in Jülich laufe aus, weder für den Transport noch für die Einlagerung in Ahaus lägen bisher Genehmigungen vor, sagte Faust weiter.

Gleichzeitig forderten die Atomkraftgegner von der Landesregierung einen konkreten Ausstiegsfahrplan für alle Atomanlagen in Nordrhein-Westfalen. Die einzige deutsche Urananreicherungsanlage in Gronau sei beim Atomausstieg bewusst vergessen worden, wie Buchholz sagte.

Dort lagerten Stahlbehälter mit strahlenden und extrem reagierenden Substanzen unter freiem Himmel, geschützt nur durch einen Maschendrahtzaun, kritisierte Buchholz. Energieminister Harry K. Voigtsberger (SPD) sollte der Anlage daher die Genehmigung entziehen, forderten die Atomkraftgegner. Zudem solle die Landesregierung die Genehmigung für die Lagerung in Jülich verlängern, um die Castor-Transporte zu verhindern.

Hier geht es zur Infostrecke: Die NRW-Atomanlagen

(APD)