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NRW-Regierung kürzt Förderung: Alice Schwarzer sieht ihr Frauenarchiv bedroht

NRW-Regierung kürzt Förderung : Alice Schwarzer sieht ihr Frauenarchiv bedroht

Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer (69) sieht ihr feministisches Archiv in Köln von Schließung bedroht. Die rot-grüne NRW-Regierung wolle ihr überraschend und drastisch die Förderung für den so genannten FrauenMediaTurm kürzen, kritisierte Schwarzer am Montag.

Damit drohe das Aus für das "in dieser Form weltweit einmalige Frauenarchiv", so Schwarzer. Ein Sprecher der Düsseldorfer Landesregierung sagte dazu, man habe er Frauenrechtlerin bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass eine Kürzung nicht vermeidbar sei. Sonst könnten Projekte wie etwa Frauenhäuser, in denen Gewaltopfer Schutz finden, nicht gefördert werden.

2008 hatte die schwarz-gelbe Vorgängerregierung dem Archiv - einer gemeinnützigen Stiftung - bis 2017 jährlich 210 000 Euro Steuermittel zugesagt. Nachdem das neue Emanzipationsministerium von Barbara Steffens (Grüne) aber schon für 2011 seinen Anteil von 70.000 Euro komplett gestrichen hatte, kündigten jetzt die beiden Ministerien für Familie und Wissenschaft eine Halbierung von 2012 an an.

Mit den dann verbleibenden 70.000 Euro seien gerade mal die Betriebskosten zu decken, betonte Vorstandschefin Schwarzer. Das 1984 gegründete Archiv umfasst 15.000 Bücher, 25.500 Zeitschriften und rund 32.650 Aufsätze, außerdem Presseordner, Fotos, Filme und Tondokumente.

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Inhaltliche Schwerpunkte sind die historische Frauenbewegung ab Mitte des 19. Jahrhunderts und Phasen der neuen Frauenbewegung von 1971 bis heute. In der Vergangenheit waren der Zugang zum Archiv nur nach Voranmeldung und stark reglementierte Öffnungszeiten sowie eine Nutzungsgebühr kritisiert worden.

(dpa)