Viel Aufwand für die Bepflanzung: Wintergarten: Grüne Oase mit Ansprüchen

Viel Aufwand für die Bepflanzung : Wintergarten: Grüne Oase mit Ansprüchen

Rosenheim/Königsbrunn (rpo). Draußen ist es nass, kalt, stürmisch und überhaupt nicht einladend - einerseits. Andererseits ist es aber auch schön, diesem Naturschauspiel von drinnen aus zuzusehen. Große Fensterflächen bieten den besten Ausblick: Ein Wintergarten. Hier kann man sich außerdem eine grüne Oase mit exotischen Pflanzen schaffen. Hier herrscht ganzjährig ein Klima wie im Tropen-Urlaub. Doch nicht jede Pflanze gedeiht in einem Wintergarten gleich gut. Lichtverhältnisse, Temperatur und Feuchtigkeit müssen genau stimmen. Die meisten Wintergarten-Pflanzen sind Exoten, die ihr Heimatklima zum Gedeihen brauchen.

Die Pflanzen verlangen dem Wintergarten-Besitzer deshalb auch so einiges ab: Um das grüne Paradies auch wirklich genießen zu können, sind neben dem richtigen Know-how im Umgang mit der üppigen Pflanzenpracht auch viele kostspielige und aufwändige technische Voraussetzungen notwendig. Dazu gehören neben einer Heizung auch ein wirksames Beschattungssystem und eine funktionierende Belüftung.

Doch gerade Beschattung und Belüftung fehlten in zahlreichen Wintergärten, hat Franz Wurm, Vorstand des Wintergarten-Fachverbandes in Rosenheim, beobachtet. "Der Bauherr sollte schon bei der Konstruktion an die spätere Bepflanzung denken", rät der vereidigte Wintergarten-Sachverständige. Fehlt die Beschattung, drohe auch tropischen Pflanzen bei zu intensiver Sonneneinstrahlung ein Sonnenbrand, sagt Wurm. Wichtig sei auch die Verglasung. Den Pflanzen zuliebe sollte stets ein sehr lichtdurchlässiges Glas für den Wintergarten ausgewählt werden, empfiehlt Wurm.

Schon beim Bau an die Pflanzen denken

Ist zu viel Schatten im Wintergarten, müssten die Pflanzen zusätzliches Licht bekommen, sagt Claudia Falk, Marketing-Managerin der Agentur "on Topic" aus Königsbrunn bei Augsburg. Die Expertin empfiehlt als zusätzliche Lichtquelle so genannte Truelight-Lampen, die das Tageslicht ziemlich perfekt imitieren könnten.

Dieses Hilfsmittel sei vor allem wichtig, wenn die Pflanzen in Beeten wachsen, die entweder erhöht oder ebenerdig direkt in den Boden des Wintergartens integriert sind. Die einfachste Variante der Unterdach-Landschaft sind Bepflanzungen in Kübeln oder Töpfen. "Sie wachsen zwar langsamer als Beetpflanzen, können aber beim Umdekorieren schnell an eine andere Stelle gerückt werden", sagt die Expertin. Ein wahres "Dschungelparadies" sind dagegen die Beetpflanzen, die viel schneller in die Höhe wachsen als die Topfpflanzen, dafür aber auch mehr Pflege wie künstliches Licht und ein aufwändiges Bewässerungssystem brauchen.

Verschiedene Wintergarten-Typen: Kühl, temperiert und warm

Die Pflanzen müssen laut Wurm auf den jeweiligen Wintergarten-Typ abgestimmt werden - es gibt den kühlen, den temperierten und den warmen. Dabei ist zu beachten, dass die Pflanze in der Regel ein ganzes Jahr braucht, um sich an das Klima im Wintergarten zu gewöhnen. Ganzjährig genutzt werden kann der warme Wintergarten, in dem stets 19 bis 20 Grad Celsius herrschen. "Ganz wichtig für Pflanzen und Mensch ist hier ausreichende Luftfeuchtigkeit", betont Falk. Die für diese Variante geeigneten tropischen Pflanzen benötigen ausreichend Beschattung und eine konstante Temperatur.

Der unbeheizte Wintergarten wird Falk zufolge lediglich zur Aufbewahrung von Freilandpflanzen in der kalten Jahreszeit genutzt. "Dafür gibt es genügend unterschiedliche Pflanzenvarianten wie etwa den mediterranen Garten, der Frost bis teilweise minus 20 Grad aushält", berichtet die Expertin. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten: Erwärmt sich der Wintergarten durch Sonneneinstrahlung, bildet sich bei Plusgraden auch an den Pflanzen Schwitzwasser, das später gefrieren und sie zerstören kann.

Im temperierten Wintergarten herrschen ganzjährig zwischen 5 und 15 Grad Celsius, aber niemals Minusgrade. Dafür sorgt eine Heizung, die nicht voll aufgedreht wird. Ein Großteil der Pflanzen verträgt Falk zufolge dieses Klima. Hierfür bieten sich subtropische Pflanzen aus Südafrika oder Südamerika an, die einen natürlichen thermischen Rhythmus haben.

Wer so viel Geld in das passende Ambiente investiert hat, wird noch einmal beim Kauf der mehr oder weniger ausgefallenen Pflanzen tief ins Portemonnaie greifen müssen. Bei der Auswahl sollte man sich von einem fachkundigen Gärtner beraten lassen. Er kann auf Wunsch auch nicht alltägliche Exemplare wie einen Puderquastenstrauch, eine Katzenkralle oder eine Don-Juan-Pflanze besorgen und gibt obendrein noch wichtige Wohlfühl-Tipps für die Exoten.