Pleitewelle: Insolvenzen: Aktionäre sind meist die Verlierer

Pleitewelle : Insolvenzen: Aktionäre sind meist die Verlierer

Frankfurt/Main/Düsseldorf (rpo). Die Pleitewelle in Deutschland rollt noch immer, und sie macht auch vor Aktionären nicht halt. Denn im Falle der Insolvenz einer AG müssen Aktionäre mit dem Totalverlust ihres eingesetzten Kapitals rechnen.

"Bei Firmenpleiten gehören Aktionäre meist zu den Verlierern", sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Düsseldorf. Bei einer "normalen" Insolvenz versucht der Insolvenzverwalter zunächst die Forderungen der Mitarbeiter, des Finanzamtes sowie der Gläubiger, zum Beispiel der Banken, zu befriedigen. "Wenn dann noch etwas über ist, geht das an die Aktionäre", sagt Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut (DAI) in Frankfurt.

Schlimmstenfalls sind die Aktien nach einer Insolvenz nichts mehr wert. Weitere Kosten kommen auf die Anleger aber nicht zu: Die Aktionäre stehen Kurz zufolge nur mit dem investierten Geld ein.

Wie Anleger bei einer drohenden Pleite handeln sollten, ist pauschal nicht zu beantworten: "Der Kurs geht ja erstmal ins Bodenlose", sagt Leven. Wichtig sei es, die Entwicklung dann genau zu verfolgen und sich eine eigene Meinung zu bilden, die am besten auch mit dem Anlageberater diskutiert wird.

"Manchmal bleibt nach einer Insolvenz ein so genannter Börsenmantel übrig", erklärt Kurz. Das heißt, die Rechtsform der AG bleibt bestehen, ohne dass es noch ein operatives Geschäft gibt. Theoretisch können die Papiere dann immer noch gehandelt werden. Da es sich bei dem Titel aber nur noch um eine leere Hülle handelt, ist die Nachfrage in der Regel äußerst gering. Es kommt jedoch vor, dass so ein Börsenmantel von einem anderen Unternehmen gekauft wird, das sich einen eigenen Börsengang sparen will. Auf diese Weise erfährt der Aktionär vielleicht doch noch eine Wertsteigerung seiner Papiere.

Kommt es zu einem so genannten Insolvenz-Planverfahren, ist das oberste Ziel die Erhaltung des Unternehmens. "Dann geht es nicht vornehmlich darum, die Gläubiger zu befriedigen", sagt Kurz. In so einem Fall könnte es Anlass zur Hoffnung für die Aktionäre geben.

(gms)