Bundeskartellamt: Warum man sich nicht immer auf Vergleichsportale verlassen sollte

Bundeskartellamt sieht Mängel: Warum man sich nicht immer auf Vergleichsportale verlassen sollte

Eine Untersuchung zahlreicher Vergleichsportale habe den Verdacht auf Verbraucherrechtsverstöße in einigen Punkten erhärtet, heißt es vom Bundeskartellamt. Teils würden wichtige Anbieter nicht berücksichtigt.

Das Bundeskartellamt nimmt die Arbeit von Internet-Vergleichsportalen verstärkt unter die Lupe. Eine Untersuchung zahlreicher Vergleichsportale aus den Bereichen Reisen, Energie, Versicherungen, Telekommunikation und Finanzen habe den Verdacht auf Verbraucherrechtsverstöße in einigen Punkten erhärtet, teilte die Behörde am Mittwoch in Bonn mit.

Zwar seien viele Informationen der Portale zutreffend und seriös. Es mangele aber oft an einer Aufklärung, wie die Reihenfolge der Suchergebnisse und die Empfehlungen der Vergleichsportale im Einzelnen zustande kämen. "Der Verbraucher kann sich nicht immer darauf verlassen, tatsächlich das für ihn beste Angebot auf einem Vergleichsportal zu finden", erklärte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt. Die betroffenen Unternehmen hätten nun die Gelegenheit zur Stellungnahme.

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Das Kartellamt führte zahlreiche Schwachstellen bei den Vergleichsportalen an. So würden etwa bei Versicherungsvergleichen teils wichtige Anbieter nicht berücksichtigt, bei Hotelplattformen könnten sich Anbieter von Hotelzimmern Listenplätze erkaufen und es gebe Portale, die weniger als die Hälfte der Angebote im Markt abdeckten. Auch gebe es Portale, die gar keinen eigenständigen Vergleich erstellten, sondern nur auf die Daten und Tarife anderer Anbieter zugriffen. Es bestehe deshalb Handelungsbedarf bei den Vergleichsportalen, mahnte die Behörde.

Nach einer Auswertung der Stellungnahmen der betroffenen Portale, die diese bis zum 4. Februar abgeben können, will das Bundeskartellamt im kommenden Jahr einen abschließenden Bericht zu seiner Untersuchung der Vergleichsportale veröffentlichen. Die Behörde wollte mit der umfassenden Untersuchung mögliche Verstöße gegen verbraucherrechtliche Vorschriften aufklären. Über Online-Vergleichsportale sammeln immer mehr Verbraucher Informationen und fällen auf dieser Basis dann Entscheidungen etwa über die Buchung von Reisen oder neue Strom-Verträge.

(lukra/Reuters)
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