Herzinfarkt — Wenn jede Sekunde zählt: Wie lässt sich ein Herzinfarkt behandeln?

Herzinfarkt — Wenn jede Sekunde zählt : Wie lässt sich ein Herzinfarkt behandeln?

Herzinfarkt behandeln: Bei einem Herzinfarkt zählt jede Sekunde. Ein Patient sollte schon bei ersten Anzeichen eines Infarktes ein Krankenhaus aufsuchen.

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 250.000 Menschen an einem Herzinfarkt (auch: Myokardininfarkt). Das Risiko, einen Infarkt zu erleiden, ist bei Männern (ca. 30 %) deutlich höher als bei Frauen (ca. 15 %). Bei einem Herzinfarkt werden die Muskelzellen nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt: Diese Unterversorgung entsteht durch eine Verkalkung der Herzkranzgefäße (Atherossklerose). Wenn diese Ablagerungen von der Gefäßwand abreißen, wird diese Stelle durch ein Blutgerinnsel verschlossen. Die Folge ist, dass das Herz nicht mehr mit Blut versorgt werden kann und der Herzmuskel abstirbt.

Wie lässt sich ein Herzinfarkt behandeln?

Erleidet ein Mensch einen Herzinfarkt, zählt jede Sekunde. Denn je schneller eine Therapie eingeleitet wird, desto weniger Komplikationen können auftreten. Schon bei ersten Anzeichen eines Infarktes (Schmerzen in der linken Brust, im linken Arm, Atemnot, Schwindel, plötzlicher Angstschweiß, Kurzatmigkeit) sollte von dem Betroffenen ein Krankenhaus aufgesucht werden. Häufig werden diese Symptome jedoch ignoriert, sodass der Herzinfarkt bereits eintritt, bevor ein Arzt aufgesucht werden kann. Ist dies der Fall, sollte sofort ein Notarzt gerufen werden, der den Patienten erstversorgt und auf dem schnellsten Wege ins nächstgelegene Krankenhaus bringt.

Herzinfarkt behandeln: Erstbehandlung und Weiterbehandlung im Krankenhaus

Bei der Erstversorgung wird der Patient mit Medikamenten und Sauerstoff versorgt. Zudem wird ggf. der Herzrhythmus mit einem Defibrillator, einem Stromstoßgerät, wiederhergestellt. Ist die erste Versorgung durch den Notarzt abgeschlossen, wird der Patient im Krankenhaus weiterbehandelt. Die Behandlung sollte schnellstmöglich beginnen, um eine Ausweitung des Infarktes zu verhindern. Die besten Chancen hat der Patient in einem Krankenhaus, das eine kardiologische Abteilung hat, in dem sich ein Herzkatheterlabor befindet. Hier kann umgehend eine Edelstahl-Gefäßstütze an die verengte Stelle platziert werden (Koronarangiografie), um das verschlossene Gefäß wieder zu öffnen.

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