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Böhse Onkelz: Auch für Zusatzkonzert gibt es keine Tickets mehr

Comeback auf dem Hockenheimring : Böhse Onkelz: Auch Zusatzkonzert ist ausverkauft

Viele Fans hatten wieder keine Chance: Auch das zweite Konzert der Rockband Böhse Onkelz war binnen weniger Minuten ausverkauft. Die Wartezeit auf dem Ticketportal betrug mehr als eine Stunde, viele Interessanten blieb ab 12 Uhr nur der Anblick eines Ladebalkens, bevor es hieß, dass keine Karten mehr zur Verfügung stehen.

Bereits am vergangenen Freitag war das erste Konzert auf dem Hockenheimring, das die Band nach acht Jahren Pause für den 20. Juni 2014 angekündigt hatte, schnell ausverkauft. Die Gruppe kündigte daraufhin ein Zusatzkonzert für den 21. Juni an, für das es auch schon keine Karten mehr gibt.

 "Liebe Onkelz-Fans, der Ansturm ist auch heute unfassbar", heißt es auf der Seite von Ticketmaster.
"Liebe Onkelz-Fans, der Ansturm ist auch heute unfassbar", heißt es auf der Seite von Ticketmaster. Foto: Screenshot Ticketmaster

Bereits nach der ersten Verkaufsphase veröffentlichte die Band ein Statement auf ihrer Facebook-Seite: "Wie jeder von uns bin auch ich überrascht, was für einen Sturm wir ausgelöst haben. Die Freude ist etwas getrübt über die Mails derer, die kein Ticket bekommen haben. Wir wussten von Anfang an nicht, was passiert; dachten die Registrierung und Limitierung auf vier Tickets wäre genug Bollwerk. Hinterher ist man immer schlauer. Die ganzen Anschuldigungen aus Enttäuschung kann ich nachvollziehen, ich weiss aber, dass das Team von Anfang an nach bestem Wissen vorgegangen ist. Hier wird fieberhaft und mit Begeisterung gearbeitet um die Missstände zu beseitigen und es wird stets nach der besten Lösung gesucht. Also: Rettung naht. Ich freu mich auch auf die Gänsehaut! Alter Falter! Wir seh'n uns! Pe"

Pe ist das Pseudonym von Schlagzeuger Peter Schorowsky, der zusammen mit Stephan Weidner (Bass), Sänger Kevin Russell und Matthias Röhr (Gitarre) die Band bildet.

Bewegte Band-Geschichte

Die Böhsen Onkelz hatten sich im Jahr 1981 gegründet. Zu Beginn ihrer Karriere war die Band aus Frankfurt dem rechten Spektrum zuzuordnen. In der Folgezeit gelang es der Gruppe, sich aus der Neonazi-Szene loszusagen. Die Band um Frontmann Stephan Weidner distanzierte sich in Interviews und Songs von Ausländerfeindlichkeit und rechter Gewalt. In der rechten Szene wurden die Onkelz als Verräter beschimpft. Kritiker der Band nahmen der Gruppe den Abschied aus der rechten Szene nie ab. Die Band stieg Mitte der 1990er Jahre dennoch zur kommerziell erfolgreichsten Band Deutschlands auf.

Für die Trennung der Band im Jahr 2005 gab es mehrere Gründe. Zu einem ging es dem schwer drogensüchtigen Sänger Kevin Russell immer schlechter. Zum anderen wurde immer wieder über Streit zwischen Bandchef Stephan Weidner und Gitarrist Matthias "Gonzo" Röhr berichtet.

Das Doppelkonzert zum Abschied auf dem Lausitzring sahen Schätzungen zufolge 150.000 Zuschauer. Die später veröffentlichte DVD "Vaya con Tioz" setzte international Maßstäbe in der Kategorie Konzertfilm und wurde mehrfach ausgezeichnet.

(spol)