Streitkräfte rüsten auf: Pixel statt Panzer - das Cyberkommando der Bundeswehr

Pixel statt Panzer: So soll das Cyberkommando der Bundeswehr arbeiten

Die Bundeswehr bekommt eine neue Streitmacht für den Cyber-Krieg. Über 13.000 Experten sollen dort mitarbeiten. Was diese neue Einheit ist, wer dort arbeitet und wo noch Probleme liegen, erklärt unser Überblick.

Die neue Cyber-Armee muss nach Ansicht von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Schlachtfeld Internet auch zurückschlagen dürfen. "Wenn die Netze der Bundeswehr angegriffen werden, dann dürfen wir uns auch wehren", sagte die CDU-Politikerin nach einem vorab verbreiteten Manuskript für die offizielle Aufstellung der neuen Truppe am Mittwoch in Bonn. "Sobald ein Angriff die Funktions- und Einsatzfähigkeit der Streitkräfte gefährdet, dürfen wir uns auch offensiv verteidigen." In den Auslandseinsätzen sei die rechtliche Lage da klar. "Hier bestimmen die Bundestagsmandate die Möglichkeiten - und Grenzen - das gilt selbstverständlich auch für den Cyberraum."

Im Falle einer groß angelegten Cyberattacke auf die Infrastruktur in Deutschland wäre kurioserweise aber nicht die Bundeswehr mit ihrer neue Streitmacht zuständig. Das es sich nicht um einen Angriff mit physischer Gewalt handelt, wäre das Bundesinnenministerium am Zug. Die Cyber-Armee dürfte nur zum Schutz eingesetzt werden.

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Bislang fehlt laut Innenministerium hierzulande die rechtliche Grundlage, auf einen Cyberangriff mit gleichen Mitteln zu reagieren. Andreas Könen, Cybersicherheitsexperte im Bundesinnenministerium, macht das an einem Beispiel klar: Käme es etwa zu einem Angriff auf eines der vier Stromverteilungszentren, sei der Innenminister für zivile Gegenmaßnahmen verantwortlich. Gemeinsam mit den Betreibern würde dann versucht, die Attacke entweder direkt abzublocken, den Angriff mit Hilfe des Providers zu stoppen oder den verantwortlichen Server zu hemmen. Den angreifenden Server abzuschalten, das sei bislang nicht erlaubt. Dies zu klären, sei eine Aufgabe für die kommende Legislaturperiode.

Gerade weil aber die Konkurrenz in dem Bereich so groß ist, will die Truppe selbst IT-Fachkräfte ausbilden. In München entsteht dazu an der Bundeswehr-Uni ein Cyber-Forschungszentrum und ein Master-Studiengang.

(csr)
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