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Rendite auf Bundesanleihen steigt leicht über null

Hoffnungsschimmer für Anleger : Rendite auf Bundesanleihen steigt leicht über null

Die Rendite auf zehnjährige Bundesanleihen ist am Mittwoch auf bis zu 0,02 Prozent gestiegen. Angesichts der vergleichsweise hohen Inflationsrate hilft das real aber nur sehr wenig.

In der Nullzinsphase ist man als Anleger sehr bescheiden geworden. Da nimmt man schon mit Hoffnung zur Kenntnis, dass die Rendite auf zehnjährige Bundesanleihen am Mittwoch auf bis zu 0,02 Prozent gestiegen ist. Ehe die Euphorie unermesslich wird: Bei 0,02 Prozent Verzinsung bekäme man auf eine Geldanlage von 5000 Euro nach einem Jahr einen Euro Zinsen. Das ist zwar immer noch besser als Negativzinsen, angesichts einer Inflationsrate von gut drei Prozent im gesamten Jahr 2021 aber immer noch ein realer Geldverlust.

Insofern ist das Ganze nicht mehr als ein kleiner Hoffnungsschimmer für Anleger. Die sollten zugleich bedenken: Rendite und Zins einer Anleihe sind nicht dasselbe. Der Zins ist der Nominalzins, der bei der Emission feststeht. Er ist aber nicht das einzige Kriterium für die Rendite einer Anleihe. Auch der Kurswert der in der Regel an der Börse gehandelten Papiere spielt eine maßgebliche Rolle. Der wird nicht in Euro, sondern in Prozent des Nominalwertes angegeben. Und je höher der Kurs, desto niedriger die Rendite. Beispiel: Eine Anleihe wird mit einem Nominalwert von 100 Prozent und einer Verzinsung von zwei Prozent ausgegeben. Steigt der Kurs beispielsweise auf 105, muss der Anleger beim Kauf also fünf Prozent mehr zahlen, sinkt seine Rendite auf 1,9 Prozent. Hätte er zu einem Kurswert von 95 gekauft, läge die laufende Rendite bei 2,1 Prozent.

Und warum ändert sich der Kurs? Das hängt unter anderem davon ab, ob der Marktzins über oder unter dem versprochenen Nominalzins liegt. Bekäme man zum Beispiel für Festgeld 2,5 Prozent, würde die Attraktivität einer mit zwei Prozent verzinsten Anleihe sinken. Sparer könnten sie verkaufen und stattdessen in Festgeld investieren, der Kurswert der Anleihe würde sinken. Und dann wäre da noch die Restlaufzeit der Anleihe: Erst wenn man diese berücksichtigt, kommt man zur Effektivrendite, die letztlich maßgeblich für die Attraktivität des Investments ist.

Wenigstens bedeutet mehr Rendite einen weniger realen Vermögensverlust. Auf der anderen Seite beeinflussen die Kapitalmarktzinsen auch die Kosten für Baudarlehen. Der Kredit für das eigene Haus könnte also bald ein wenig teurer werden – aber immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau.