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Klaus Müller soll Chef der Netzagentur werden

Habeck besetzt Schlüsselstellen : Klaus Müller soll Chef der Netzagentur werden

Wirtschaftsminister Habeck besetzt Schlüsselstellen der Energiewende: Verbraucherschützer Klaus Müller soll künftig die Bundesnetzagentur führen. Der grüne Ökonom hat sich einen Namen gemacht. Peter Siller übernimmt die Leitung des Stabs Transformation.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) besetzt Schlüsselpositionen für die Energiewende neu. So soll der Nachfolger für den bisherigen Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, an diesem Donnerstag bekanntgeben werden. Der 32-köpfige Beirat wird der Bundesregierung dazu einen Vorschlag unterbreiten, wie unsere Redaktion erfuhr. Favorit für den Posten ist demnach Klaus Müller (Grüne), aktuell Chefs des Bundesverbands der Verbraucherzentralen.

Als potenzielle Nachfolger Homanns wurden zunächst zwar auch Jan Philipp Albrecht (Grüne), Umweltminister in Schleswig-Holstein, und sein Staatssekretär Tobias Goldschmidt genannt. Jedoch wird wohl keiner der beiden den Posten übernehmen. Denn Albrecht soll als Co-Vorstand an die Spitze der parteinahen Heinrich-Böll-Stiftung wechseln. Goldschmidt wird als sein potenzieller Nachfolger in Schleswig-Holstein gehandelt.

Die Netzagentur liegt im Geschäftsbereich des Bundeswirtschaftsministeriums. Sie ist für Habeck von großer Bedeutung: Sie entscheidet über die Regulierung von Post und Telekom, über Netzentgelte für Strom und Gas - und über das Gelingen der Energiewende. Brisant: Aktuell entscheidet sie auch über die Zertifizierung der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2.

Klaus Müller, geboren 1971 in Wuppertal, hat Volkswirtschaftslehre in Kiel studiert und führte noch als Student die Koalitionsverhandlungen für eine rot-grüne Landesregierung in Schleswig-Holstein. Später war er dort für die Grünen Umweltminister. Seit 2014 ist er Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, den er zu einem einflussreichen Verband ausbaute.

Und noch eine wichtige Personalie regelte Habeck: Der Grünen-Politiker Peter Siller hat die Leitung des Stabs Transformation im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) übernommen. Das BMWi bestätigte die Personalie gegenüber unserer Redaktion. Der Stab Transformation stehe neben dem Stab Kommunikation unter Leitung von Nicola Kabel, zugleich Sprecherin von Habeck, und dem Stab Koordinierung unter Leitung von Robert Heinrich.

Siller, geboren 1970 in München, leitete bisher das Referat für Strategie und Planung sowie für Grundsatzfragen der Digitalisierung im Bundespräsidialamt. Von 2012 bis März 2020 war er Leiter der Inlandsabteilung der Heinrich-Böll-Stiftung. Zuvor (2002 bis 2005) war er Mitglied des Planungsstabs im Auswärtigen Amt und Referent von Joschka Fischer. Außerdem ist er Gründer der im Campus-Verlag erscheinenden Zeitschrift „polar“ zu Themen aus Politik, Kultur und Theorie.