Düsseldorf: Immobilienpreise in NRW steigen kräftig

Düsseldorf : Immobilienpreise in NRW steigen kräftig

Für Eigentumswohnungen mussten Käufer drei Prozent mehr zahlen, das war der höchste Anstieg seit 15 Jahren. Auch Baugrundstücke wurden laut "Grundstücksmarktbericht 2013" teurer. Spitzenreiter ist Düsseldorf.

Dank der anhaltend niedrigen Bauzinsen geht auch in NRW der Immobilienboom weiter. Doch das Angebot an Häusern, Wohnungen und Grundstücken kann vielerorts mit der Nachfrage nicht Schritt halten. Entsprechend steigen die Preise, wie aus dem "Grundstücksmarkt-Bericht 2013" hervorgeht, den das Innenministerium gestern vorlegte.

Bauland Die Preise für Bauland, auf denen Ein- und Zweifamilien-Häuser errichtet werden, erhöhte sich im vergangenen Jahr landesweit um ein Prozent. Besonders teuer sind Grundstücke in Düsseldorf. Ein Quadratmeter Bauland in mittlerer Lage kostet 520 Euro, damit ist die Landeshauptstadt Spitzenreiter in NRW (Grafik). In Leverkusen und Leichlingen ist ein Quadratmeter für die Hälfte zu haben. In Duisburg müssen Grundstücks-Käufer 250 Euro zahlen. Das ist gegenüber ländlichen Regionen aber noch immer beachtlich. So kann man in der Eifel oder in Ostwestfalen einen Quadratmeter Bauland in mittlerer Lage auch noch für unter 50 Euro ererben. "Duisburg schneidet erstaunlich gut ab", sagt Erik Uwe Amaya, Verbandsdirektor von Haus und Grund Rheinland. Offenbar würden die attraktiven Wohngebiete Innenhafen und die Nähe zu Düsseldorf eine Rolle spielen. "Weil Wohnen in Düsseldorf so teuer ist, weichen viele nach Duisburg aus."

Wer in guten Düsseldorfer Wohnlagen bauen möchte, muss noch tiefer in die Tasche greifen. Hier kostet ein Quadratmeter Grundstück sogar 820 Euro, damit liegt Düsseldorf hier auf Platz zwei. In Köln kostet ein Quadratmeter Bauland in guter Lage 890 Euro. "In der Kölner Innenstadt gibt es fast kein Bauland mehr, das treibt die Preise besonders hoch", erläutert Amaya.

Eigentums-Wohnungen Die Preise für Eigentumswohnungen kletterten um drei Prozent, das war der höchste Anstieg seit 15 Jahren, wie es im Grundstücksmarkt-Bericht heißt. Eigentumswohnungen sind in Düsseldorf am teuersten. Ein Quadratmeter Wohnfläche in mittlerer Lage kostet 3588 Euro. Hier sind sie sowohl zur Selbstnutzung wie zur Kapitalanlage gefragt. Im "Speckgürtel" der Landeshauptstadt ist es nur etwas günstiger. In Meerbusch fallen 3190 Euro pro Quadratmeter an, in Mettmann 3050 Euro. In Ostwestfalen geht es viel günstiger. In Porta Westfalica etwa kostet ein Quadratmeter nur 1667 Euro.

Ein- und Zweifamilienhäuser Auch Ein- und Zwei-Familienhäuser wurden teurer: Hier legten die Preise landesweit durchschnittlich um drei Prozent zu. Erstbezugsfertige Doppelhaushälften oder Reihenendhäuser in Düsseldorf kosten im Schnitt 325 000 Euro. Günstiger geht es am Niederrhein (242 000 Euro) und im Münsterland (225 000 Euro).

Mehrfamilien-Häuser Viele Bürger entdecken die Immobilie auch als Kapitalanlage. Zwar nahm die Zahl der landesweit verkauften Mehrfamilienhäuser im vergangenen Jahr leicht ab. Doch der Umsatz legte um 20 Prozent zu. Dies gehe aber vor allem auf den Ausnahmemarkt Düsseldorf zurück, schreiben die Autoren der Studie. Rechnet man den Düsseldorfer Markt heraus, bleibt aber noch immer ein Umsatzplus von zwei Prozent.

Wohin die Preise gehen, hängt vor allem von der Region ab. "In bestimmten ländlichen Regionen oder im Ruhrgebiet, wo die Bevölkerung stark schrumpft, werden die Preise weiter fallen", erwartet der Experte von Haus und Grund. Düsseldorf dagegen bleibe Boom-Region.

(RP)