Notenbank verliert 7,3 Milliarden Franken: Goldpreis-Sturz brockt Schweiz Verlust ein

Notenbank verliert 7,3 Milliarden Franken : Goldpreis-Sturz brockt Schweiz Verlust ein

Der jüngste Goldpreissturz kommt die Schweizer Nationalbank (SNB) teuer zu stehen. Maßgeblich waren vor allem Abschreibungen auf das Edelmetall. Insgesamt mussten die Notenbanker im ersten Halbjahr 2013 einen Verlust von 7,3 Milliarden Franken (5,9 Milliarden Euro) hinnehmen.

Der Absturz des Goldpreises hat der Schweizer Notenbank in der ersten Jahreshälfte einen Verlust von 7,3 Milliarden Franken (5,9 Milliarden Euro) eingebrockt. Auf die gut 1000 Tonnen des Edelmetalls resultierte ein Bewertungsverlust von 13,2 Milliarden Franken, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Dienstag mitteilte.

Der Goldbestand der Notenbank verlor seit Jahresanfang ein Viertel an Wert. Vor allem im zweiten Quartal hatten die Anleger das Edelmetall unter anderem wegen der Rally an den Aktienmärkten aus ihren Portfolios geschmissen und Gold das größte Quartalsminus seit vielen Jahrzehnten beschert. Mit ihren Devisen-Beständen verdiente die SNB dagegen gut: Die Fremdwährungspositionen warfen in den ersten sechs Monaten 5,8 Milliarden Franken ab. Dazu trugen die Aufwertung der beiden wichtigsten Währungen Euro und Dollar ebenso bei wie Beteiligungsgewinne, Zins- und Dividendenerträge.

Die SNB hat ihre bei der Verteidigung des Frankenkurses erworbenen Devisen-Milliarden im Gegenwert von rund 440 Milliarden Franken im Ausland angelegt. Im September 2011 ist für den Euro ein Mindestkurs von 1,20 Franken festgelegt worden, der mit Eurokäufen am Devisenmarkt verteidigt wird. Das Gros ist in Staatsanleihen investiert. 15 Prozent entfallen auf Aktien, die besonders gut rentierten. Kursgewinne und Dividenden brachten der SNB 6,3 Milliarden Franken ein, während die Zinsanlagen mit 2,9 Milliarden Franken Verlust zu Buche schlugen. Wechselkursgewinne beliefen sich auf 2,3 Milliarden Franken.

Die SNB hat jüngst in Singapur ihre erste ausländische Niederlassung eröffnet, um ihre in Fernost angelegten Devisenreserven zu verwalten. Die Notenbank hat im Zuge der Diversifizierung ihrer Anlagen auch in koreanische Won und Singapur-Dollar investiert. Zugleich übernimmt der Außenposten die Überwachung des Devisenmarktes, um intervenieren zu können, falls der Euro unter den Mindestkurs zu fallen droht. Diese Aufgabe musste bisher in Zürich in Nachtschichten erledigt werden.

Das Gros der SNB-Devisenbestände entfällt mit 48 Prozent auf Euro-Anlagen. 27 Prozent der Reserven sind in Dollar investiert, neun Prozent in Yen und sieben Prozent in Pfund Sterling.

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(REU)