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Windpocken in NRW 2022: Aktuelle News und Infos zur Virusinfektion bei Kindern

Windpocken in NRW 2022: Aktuelle News und Infos zur Virusinfektion bei Kindern (Foto: Shutterstock/Natalia Lebedinskaia)

Windpocken

  • Erreger: Varizella-Zoster-Virus (VZV)
  • Symptome: Fieber und juckender Hautausschlag mit wasserklaren Bläschen
  • Inkubationszeit: 10 bis 21 (meist 14 bis 17) Tage
  • Behandlung: Linderung des Juckreizes, fiebersenkende Mittel

Eine Infektion mit Windpocken ist nicht nur eine lästige und unangenehme Kinderkrankheit. Für Immungeschwächte und Schwangere kann sie unter Umständen tödlich verlaufen - und die spätere Folgeerkrankung Gürtelrose ist mit einem sehr schmerzhaften Ausschlag verbunden.

Lesen Sie hier alles wichtige über die Erkrankung und wie man sich wirksam schützen kann. 

Kann man Windpocken zweimal haben? 

Wer eine Infektion mit Windpocken überstanden hat, ist in der Regel lebenslang immun gegen eine erneute Ansteckung  – nur in seltenen Fällen kommt es zu einer neuen Infektion. Wie bei vielen Viren aus der Familie der Herpesviridae überdauern nach einer Infektion allerdings immer einige der Erreger permanent in Zellen des Nervensystems. Sie verbleiben dort als ringförmige DNA innerhalb des Zellkerns. 

Bei rund 20 Prozent derer, die eine Infektion durchgemacht haben, werden die Viren im späteren Verlauf des Lebens mindestens einmal reaktiviert. Die daraus resultierende Erkrankung ist unter dem Namen Gürtelrose oder Herpes Zoster bekannt. Im Bereich der Nerven, in denen die Viren überdauert haben, entwickelt sich dabei ein zum Teil sehr schmerzhafter Ausschlag, der infektiöse Viren enthält. An Gürtelrose erkrankte Menschen können bislang nicht infizierte und ungeimpfte mit Windpocken anstecken. 

Auslöser der Reaktivierung ist häufig Stress oder eine Schwächung des Immunsystems durch eine Erkrankung wie HIV oder durch Alter. Auch gegen eine Gürtelrose kann eine Impfung auch nach durchgemachter Windpocken-Infektion vorbeugend helfen. 

Was sind Symptome für Windpocken? 

Windpocken treten bei Kindern und Erwachsenen unterschiedlich schwer auf. Bei Kindern kommt es zwischen zehn und 21 Tagen nach der Ansteckung (Inkubationszeit) zu Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen als erste Symptome. Nach einem Tag bilden sich am Rumpf und im Gesicht rote, häufig juckende Flecken, die sich zu Knötchen entwickeln. In der Mitte bilden sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die schließlich aufplatzen. Es bildet sich eine Kruste. Wenn die Bläschen nicht aufgekratzt werden und sich so nicht durch Bakterien sekundär entzünden, bleiben in der Regel keine Narben, und die Krankheit ebbt nach drei bis fünf Tagen ab. In sechs Prozent der Fälle kommt es zu Komplikationen, bei einem von rund 100000 Fällen zu einem tödlichen Verlauf. 

Bei Erwachsenen äußert sich die Krankheit außerdem oft mit schwerem Fieber, schwerwiegendem Krankheitsgefühl, längerem Verlauf und oft mit zusätzlichen Komplikationen wie einer Hirnhaut- oder Lungenentzündung. Für Schwangere sowie deren Ungeborene kann eine Windpocken-Infektion tödlich sein. 

Wie werden Windpocken behandelt? 

Hauptsächlich werden die Symptome gelindert, insbesondere der Juckreiz durch kühle und feuchte Auflagen oder spezielle Salben. Fieber wird oft durch Paracetamol oder Ibuprofen als Wirkstoffe gesenkt. 

Sehr selten, etwa bei Immungeschwächten, werden virushemmende Wirkstoffe wie Aciclovir oder Vidarabin gegeben. 

Gibt es eine Impfung gegen Windpocken? 

Eine wirksame Impfung gegen Windpocken, die aus in der Regel zwei Injektionen besteht, ist seit dem Jahr 2006 als Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken Teil des von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen Impfkalenders. Sie wird ab einem Alter von neun Monaten angewendet. 

Die Impfung muss nicht aufgefrischt werden und schützt in der Regel lebenslang gegen die Erkrankung.  

Eine Impfempfehlung gibt es für Kinder, aber unter anderem auch für Frauen mit Kinderwunsch die noch nicht geimpft sind und nicht infiziert waren sowie für Menschen mit geschwächtem Immunsystem. 

Auch ältere können geimpft werden, auch um eine Gürtelrose als Zweiterkrankung vorzubeugen.

Aktuelle News und weitere Infos zum Thema Windpocken 2022 finden Sie hier.