Paris St. Germain: PSG-Star kennt Thomas Tuchel nicht

Ex-BVB-Trainer soll Paris übernehmen: "Tuchel? Ich kenne ihn überhaupt nicht"

Nach dem Gewinn des siebten französischen Meister-Titels stand bei Paris Saint-Germain im Prinzenparkstadion sofort einer im Mittelpunkt, der überhaupt nichts zum Triumph beigetragen hatte: Thomas Tuchel. In Paris warten alle darauf, wann der 44-Jährige als neuer Trainer bestätigt wird.

Wird die Verpflichtung des deutschen Trainers nun offiziell bestätigt?, wollten Reporter nach dem 7:1-Kantersieg gegen Titelverteidiger und Verfolger AS Monaco vom Klubboss in erster Linie wissen. Nasser al-Khelaifi ließ sich aber nichts entreißen: "Wir haben einen Trainer, der einen Vertrag bis Saisonende hat, und das ist Unai Emery", sagte er nur.

Zurückhaltung übten auch die ebenfalls nach dem Match befragten PSG-Profis. "Tuchel? Ich kenne ihn überhaupt nicht. Aber ich habe gelesen, dass er ein guter Trainer sein soll", sagte Marco Verratti. Nur ein Versteckspiel, um Noch-Coach Emery zu respektieren?

Nicht nur französische Medien sind jedenfalls davon überzeugt, dass die Verpflichtung des früheren Mainz- und BVB-Trainers bereits perfekt ist. Dabei hatte PSG mit Weltmeister Julian Draxler in seltener Stammspielerrolle und dafür ohne die verletzten Stürmerstars Neymar und Kylian Mbappé eine der besten Vorstellungen der Saison geliefert. Während Neymar in Brasilien Poker spielte, trafen Giovani Lo Celso (14./28.), Edinson Cavani (17.), Ángel Di María (20./59.), Radamel Falcao ins eigene Tor (77.) und Draxler (87.) für die Hausherren. Rony Lopes (38.) gelang das Tor der Fürstentum-Kicker.

Die Hauptstädter bauten ihren Vorsprung an der Spitze auf nunmehr 17 Punkte aus und sind bei noch fünf ausstehenden Spielen nicht mehr einzuholen. Monaco hatte vorige Saison die Serie von vier Meistertiteln des seit 2011 von katarischen Ölscheichs angeführten Vereins überraschend gestoppt. "Die Rückkehr der Könige", titelte nun am Montag die Fachzeitung "L'Équipe".

Eine wahre Machtdemonstration, die an der Seine aber längst nicht alle erfreut. Außenverteidiger Yuri Beriche sagte, das mäßige Niveau der Ligue 1 "bestrafe" Paris, wenn es darum gehe, den europäischen Gipfel zu erklimmen. "Das ist meine Meinung. Unsere (nationalen) Gegner sind nicht stark genug."

Der souveräne Gewinn der Meisterschaft, des Ligapokals und wohl auch des Pokals (am Mittwoch tritt man zum Halbfinalduell bei SM Caen an) lassen nicht vergessen, dass das große Ziel erneut verpasst wurde: der Gewinn der Champions League. Diese Saison war das Achtelfinale gegen Titelverteidiger Real Madrid Endstation.

Auch wenn er die Trainerfrage nicht beantworten wollte, blickte al-Khelaifi am Sonntag bereits in die Zukunft: "Die Champions League bleibt unser großes Ziel, dafür werden wir hart arbeiten."

Auch Nationaltorwart Kevin Trapp will dafür arbeiten. Erst dieser Tage hatte der 27 Jahre alte Ex-Frankfurter bekräftigt, er wolle trotz seiner Reservistenrolle bei PSG bleiben. Er sei in Paris sehr glücklich und habe zudem im Club "noch Ziele zu erreichen". Am Sonntag stand wieder Alphonse Areola im Tor, aber Trapp darf dank des früh sichergestellten Titelgewinns auf mehr Spielzeit hoffen. Mit Blick auf die WM in Russland für ihn immens wichtig.

Zunächst steht PSG aber fern der Spielfelder vor einer großen Herausforderung: Am Freitag muss man zur Uefa zum Rapport. Man muss beweisen, dass man sich an die Regeln des Financial Fairplay hält, wonach ein Club nicht mehr ausgeben darf, als er einnimmt. Im vorigen Sommer sorgte Paris mit den Rekord-Einkäufen von Neymar (222 Millionen) und Mbappé (180 Mio) für Aufsehen. Laut "L' Équipe" muss der Verein im Sommer mindestens 75 Millionen Euro durch Spielerverkäufe einnehmen, um nicht bestraft zu werden.

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(dpa)
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