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Fortuna Düsseldorf hadert nach Niederlage bei Hannover 96 mit dem Schiedsrichter

Fortuna hadert mit der Schiedsrichterleistung : „Die Rote Karte hat uns gekillt“

Beim 0:3 in Hannover kritisieren die Düsseldorfer den Schiedsrichter. Uwe Rösler sieht bis zum Platzverweis eine sehr gute Leistung seiner Mannschaft. „Der Matchplan ist komplett aufgegangen“, sagt der Trainer.

Knapp sechs Minuten dauerte der Arbeitstag von Matthias Zimmermann. Nach seiner Einwechslung zur Halbzeit sah Fortunas Defensivspieler nach zwei Fouls die Gelb-Rote Karte. Zu diesem Zeitpunkt stand es in der Zweitliga-Partie bei Hannover 96 noch 0:0. Dass es am Ende 0:3 hieß, machten alle Beteiligten bei Fortuna vor allem an dieser fragwürdigen Entscheidung von Schiedsrichter Bastian Dankert fest. „Es waren zwei Spiele in einem“, sagte Fortuna-Coach Uwe Rösler. „Bei elf gegen elf haben wir es sehr gut gemacht. Die Rote Karte hat uns dann gekillt. Ich bin nicht einverstanden mit der ersten Gelben Karte. Da überhastet eine Karte zu zeigen, weil einer in Köln im Bunker sitzt und einen Kontakt sieht, ist überzogen.“
Der Umstand, dass die Düsseldorfer in Unterzahl chancenlos waren, ist sicher nicht von der Hand zu weisen, dennoch war die Beurteilung dessen, was Fortuna zuvor sehr gut gemacht hatte, diskussionswürdig. „Die Fünferkette hat uns Stabilität verliehen“, betonte Rösler. „Der Matchplan ist komplett aufgegangen.“ Ja, defensiv war es wahrlich nicht schlecht, was die Gäste in den ersten 45 Minuten anboten. Dennoch hatte Hannover drei gute Gelegenheiten. Vor allem beim Lattentreffer von Marvin Ducksch hatte Fortuna Glück.
Was sicher nicht „sehr gut“ war, war hingegen das Offensivspiel der Düsseldorfer. Den ersten und einzigen Torschuss gab Fortuna in der 88. Minute. Es war ein harmloser, ideenloser Auftritt. Das gab dann auch der Trainer zu. „Es war enttäuschend, dass wir die Konter in der ersten Hälfte nicht besser setzen konnte. Wir hatten nicht die Galligkeit im letzten Drittel“, sagte Rösler. In der Tat. War Fortuna rund um den Strafraum der Hannoveraner mal in Ballbesitz fiel ihr rein gar nichts ein, oder es klaffte eine enorme Lücke zwischen dem, was die Spieler vorhatten, und dem, was sie schließlich ausführten.
Shinta Appelkamp, der einer der wenigen war, der mal so etwas wie Geschwindigkeit ins Angriffsspiel brachte, analysierte das so: „Bis zur Roten Karte haben wir es ordentlich gemacht. Wir sind in gute Situationen gekommen, dann hat der entscheidende Pass oder die Flanke gefehlt. Es war ein gebrauchter Tag. Wir müssen an den Situationen im letzten Drittel arbeiten.“
Kapitän Adam Bodzek legte den Finger noch deutlicher in die Wunde und gab an, dass man das Spiel nicht einfach abhaken könne, sondern es deutlich analysieren müsse. „Wir müssen schon ein paar Sachen ganz klar ansprechen“, sagte er. „Es wiederholen sich Muster. Gefühlt jedes Spiel bekommen wir eine Rote Karte, bekommen jedes Spiel einen Elfmeter. Es wird schon schwer, dann Spiele zu gewinnen. Wir geben die Kleinigkeiten dem Gegner, anstatt sie auf unsere Seite zu ziehen. Dann wird es schwer in dieser engen Liga.“
Das 0:2 resultierte aus einem Elfmeter, den Kevin Danso an Genki Haraguchi verursacht hatte. Ein Strafstoß aus der Kategorie ,Kann man, muss man aber nicht geben‘. Es war bereits der vierte Elfmeter gegen Fortuna im fünften Ligaspiel. Dass Fortuna, die den Aufstieg als Saisonziel ausgegeben hat, durch dieses 0:3 auf den 16. Tabellenplatz abgerutscht ist, nimm Rösler zur Kenntnis, ohne in Panik zu verfallen. Er sagt aber auch: „Wir müssen den Ist-Zustand verbessern. Wir brauchen mehr Punkte, wir haben zu wenige Punkte. Ich spüre das Vertrauen von den Verantwortlichen, die Kommunikation ist sehr gut. Wir sitzen in einem Boot, und nur so kommen wir aus der Situation heraus.“
Die nächste Gelegenheit für den zweiten Saisonsieg bekommen die Düsseldorfer bereits am kommenden Freitag (18.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim. „Es ist sehr gut, dass wir am Freitag schon wieder spielen. Da müssen wir auf jeden Fall die drei Punkte mitnehmen“, betonte Appelkamp.