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2. Fußball-Bundesliga: Fortuna Düsseldorf verliert mit 0:3 bei Hannover 96

0:3 in Hannover : Harmlose und benachteiligte Fortuna verliert klar

Fortuna hat mit 0:3 bei Hannover 96 verloren und ist auf den 16. Platz der 2. Liga abgestürzt. Zunächst fehlte der Elf von Trainer Uwe Rösler jegliche Idee im Offensivspiel. Eine unberechtigte Gelb-Rote-Karte hilft Hannover schließlich.

Das Spiel in Hannover sollte wieder etwas mehr Aufschluss über den Leistungsstand der Fortuna geben und zudem je nach Punkteausbeute als richtungweisend gelten. Das 0:3 (0:0) ist somit definitiv ein Nackenschlag. Im fünften Spiel verursachten die Düsseldorfer bereits den vierten Elfmeter. Fortuna muss sich generell an die eigene Nase packen, wurde aber auch vom Schiedsrichter klar benachteiligt.

Die Szenerie in der niedersächsischen Hauptstadt mutete insgesamt bizarr an. Trotz überall im Land steigender Corona-Zahlen tummelten sich vor und im Stadion so viele Menschen, dass es wie ein ganz normaler Fußball-Samstag wirkte. Auch die gegenüber aufgebaute Kirmes auf dem Schützenplatz passte dazu ins Bild. Zwar gilt Hannover seit Samstag auch als Risikogebiet, dennoch durften knapp 10.000 Fans ins Stadion. 8900 nahmen dann auch von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Trainer Uwe Rösler hatte nach vier Punkten aus den ersten vier Spielen freilich ganz andere Sorgen. Er sprach davon, dass ein Erfolgserlebnis auch für die Köpfe der Spieler von entscheidender Bedeutung wäre. Für die avisierten drei Punkte kehrte der 51-Jährige zur Dreierkette zurück, mit der er im letzten Halbjahr in der Bundesliga häufig spielen ließ. Kevin Danso rückte nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre in die Mannschaft, Christoh Klarer feierte sein Startelf-Debüt. Davor sollten Adam Bodzek und Shinta Appelkamp in der Zentrale eine Mischung aus Bollwerk und Ideenfabrik bilden. Die zentrale Spitze Rouwen Hennings wurde von Thomas Pledl und Kenan Karaman flankiert.

Die erste Hälfte ist aus Fortuna-Sicht dann schnell zusammengefasst: Ideenlose und harmlose Düsseldorfer konnten sich glücklich schätzen, dass Hannover ähnlich bieder agierte und seine wenigen guten Chancen nicht zur Führung nutzte. Das 0:0 war für Fortuna somit die beste Nachricht. Nicht einmal schossen die Gäste aufs Tor. In den an einer Hand abzuzählenden Situationen, in denen die Rösler-Elf mal um den Hannoveraner Strafraum herum in Ballbesitz war, kam der letzte Pass oder die letzte Flanke nicht mal annähernd in Reichweite eines Mitspielers. Es war kläglich. Einzig Appelkamp brachte ab und an mal mit klugen Pässen oder Seitenwechseln Geschwindigkeit ins Angriffsspiel.

Hannover hatte in Marvin Ducksch und Genki Haraguchi zwei Ex-Fortunen auf dem Rasen, die dann auch für die meiste Gefahr sorgten. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde Spielzeit flankte Haraguchi, Ducksch nahm den Ball direkt, scheiterte mit seinem Versuch an der Latte.

Drei Minuten später war es wieder Ducksch, der nach einem katastrophalen Aufbau-Fehlpass von Bodzek das Tor nur um Zentimeter verfehlte. Auch Haraguchi hatte noch einmal die Gelegenheit zum 1:0 auf dem Fuß, doch Fortuna-Torhüter Florian Kastenmeier war auf dem Posten.

Zur zweiten Halbzeit brachte Rösler dann Matthias Zimmermann für den erneut blassen Florian Hartherz. Ein klares Zeichen wie unzufrieden Rösler mit Hartherz gewesen sein muss, da „Zimbo“ auf die für ihn ungewohnte linke Seite beordert wurde. Zimmermann, generell ein Spieler, der über die Mentalität kommt, ging dann auch voller Tatendrang an sein Werk. Nach etwas mehr als sechs Minuten musste der 28-Jährige schon wieder in die Kabine. Schiedsrichter Bastian Dankert genügten zwei Fouls, die beide nicht zwingend mit Gelb geahndet werden mussten, um ihn unter die Dusche zu schicken.

In Unterzahl dauerte es nicht lange, bis Hannover durch Florent Muslija die Führung erzielen konnte (57.). Bei einer Flanke kam Thomas Pledl, der nun den Rechtsverteidiger gab, zu spät. Dass Schiedsrichter Dankert an diesem Nachmittag zumindest nie in den Verdacht kommen könnte, ein Freund der Fortuna zu sein, machte er wenige Minuten später noch einmal überdeutlich: Bei einem vermeintlichen Foul von Kevin Danso an Haraguchi zeigte der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt. Ducksch ließ sich die Chance nicht entgehen – 2:0 (63.).

Anschließend versammelten dich die übrig gebliebenen zehn Fortunen am Mittelkreis, schworen sich darauf ein, nun nicht auseinanderzufallen. Immerhin das gelang. Einen Torschuss gaben die Düsseldorfer aber auch nicht mehr ab.

Passend zum gebrauchten Tag rutschte Keeper Kastenmeier fünf Minuten vor dem Ende auch noch ein Rückpass vom eingewechselten Brandon Borrello über den Schlappen und trudelte zum 0:3-Endstand ins Tor.