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Schwere Gefechte nach Taliban-Offensive im Süden Afghanistans

Trotz Friedensgesprächen : Schwere Gefechte nach Taliban-Offensive im Süden Afghanistans

Im September sind Friedensgespräche zwischen der Regierung in Kabul und den Taliban gestartet – doch die Kämpfe gehen weiter. Bis zu einem Waffenstillstand könnte es noch lange dauern.

In der südafghanischen Provinz Helmand sind Streitkräfte nach einer Taliban-Offensive auf die Provinzhauptstadt in schwere Gefechte verwickelt worden. Seit Tagen kämpfen Taliban und Soldaten vor allem am Westufer des Flusses Helmand nahe der Provinzhauptstadt Laschkarga, wie Provinzpolitiker am Montag berichteten. Es gebe eine unbekannte Zahl an Opfern auf allen Seiten.

Nach Angaben der Provinzregierung zogen sich die Sicherheitskräfte aus mehreren Gebieten zurück. Auch Zivilisten flohen vor den Kämpfen nach Laschkarga. Hajatullah Majar, Provinzrat in Helmand, sagte: „Ich glaube nicht, dass ihnen Laschkarga in die Hände fällt. Aber wenn die Situation so weitergeht wie bisher, könnte auch in der Stadt Laschkarga Chaos herrschen.“

Auch in der Nacht zum Sonntag hatte es schwere Gefechte gegeben. Unterstützt wurden die Soldaten der afghanischen Armee durch Luftschläge. Dutzende Talibankämpfer seien bei einem Gegenangriff getötet worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Vertreter der Taliban und der Regierung in Kabul hatten im September in Katar Friedensgespräche aufgenommen. Eine Waffenruhe lehnen die Islamisten ab. Experten erwarten lange und zähe Verhandlungen, bevor ein Waffenstillstand vereinbart werden könnte. Vergangene Woche kündigte US-Präsident Donald Trump einen vollständigen Abzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan bis zum Jahresende an.

(june/dpa)