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Kämpfe nach IS-Angriff auf Gefängnis in Afghanistan dauern an

Steigende Opferzahlen : Kämpfe nach IS-Angriff auf Gefängnis in Afghanistan dauern an

Mehr als 14 Stunden nach einem Großangriff von Islamisten auf ein Gefängnis im Osten Afghanistans dauerten die Gefechte der Angreifer mit Sicherheitskräften am Montag an. Mindestens 20 Menschen, darunter Zivilisten und Sicherheitskräfte seien bei der Attacke getötet und 43 weitere verletzt worden, sagten örtliche Behördenvertreter.

Die Angreifer zündeten am Sonntagabend zunächst eine Autobombe und stürmten dann die zentrale Haftanstalt in Dschalalaband, der Hauptstadt der Provinz Nangarhar. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu der Attacke.

Die Gesamtzahl der Angreifer war zunächst unbekannt, drei seien jedoch bereits getötet worden, sagte ein Sprecher der Provinz. Rund 700 Gefangene, die nach dem Angriff aus dem Gefängnis ausbrachen, seien von Spezialkräften wieder festgenommen worden. Die Angreifer hätten Teile der Haftanstalt unter ihrer Kontrolle.

Die Taliban wiesen jede Verantwortung für den Angriff von sich. Sie hatten für das islamische Opferfest eine landesweite, dreitägige Feuerpause verkündet.

Am Samstag hatte Afghanistans Inlandsgeheimdienst den Tod des hochrangigen IS-Anführers Assadullah Oroksai verkündet, der von Spezialkräften in Nangarhars Provinzhauptstadt Dschalalabad getötet worden sei. Im April hatten Spezialkommandos den Anführer des IS-Ablegers in Afghanistan, Aslam Faruki, festgenommen. Nangarhar galt einst als Hochburg des IS in Afghanistan, bevor Afghanistan Ende 2019 den militärischen Sieg über die Terroristen verkündet hatte. Dennoch verübt der IS immer wieder Anschläge im Land.

Bereits am Freitag - wenige Stunden vor Beginn einer Waffenruhe zwischen den islamischen Taliban und Afghanistans Regierung - gab es in der Zentralprovinz einen schweren Anschlag, zu dem sich zunächst niemand bekannte. Seit Monaten planen Afghanistans Regierung und die aufständischen Taliban Friedensgespräche. Doch um Streit um einen Gefangenentausch waren diese ins Stocken geraten. Der Konflikt im Land geht indes weiter.

(juw/dpa)