Wie lange kann man ohne Schlaf überleben?

Was die Welt bewegt : Wie lange kann der Mensch ohne Schlaf auskommen?

Schlafen ist die beste Medizin, sagt der Volksmund. Umgekehrt kann das auch bedeuten: Wer nicht schläft, wird krank. Doch wie lange kann es ein Mensch ohne Schlaf aushalten?

"Wissenschaftlich können wir das nicht untersuchen, denn das wäre unethisch", erklärt Professor Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums und Leitender Psychologe am Universitäts- und Bezirksklinikum Regensburg.

Denn auch wenn vieles darauf hindeute, dass die meisten Schäden durch Schlafmangel reversibel seien, so seien bleibende Störungen bei einem solchen Test dennoch nicht auszuschließen.

Jenseits der exakten Wissenschaft hat die Jagd nach immer neuen und verrückten Rekorden natürlich auch vor dem Schlafen nicht haltgemacht: So stellte der Brite Tony Wright 2007 mit 266 Stunden ohne Schlaf einen Rekord im Wachbleiben auf und übertraf damit die Leistung des Amerikaners Randy Gardner, der 264 Stunden und damit exakt elf Tage ohne Schlaf blieb.

Allerdings wurden beide Versuche nicht von Schlafmedizinern begleitet, so dass nicht auszuschließen sei, dass die Rekordhalter nicht in hin und wieder in einen Sekundenschlaf gefallen waren, kommentiert Zulley.

"Der Körper entgleist völlig", berichtet der Schlafforscher und stützt sich dabei auf Versuche an Ratten: Der Stoffwechsel und das Immunsystem der Tiere gerieten komplett durcheinander, wenn die Forscher sie dauerhaft am Schlafen hinderten.

So hätten die Nager zwar viel gefressen, magerten aber dennoch ab. Nach etwa vier Wochen kam es zum Tod. Eine häufige Todesursache war dabei Unterkühlung - auch eine Folge des entgleisten Stoffwechsels.

Neben den körperlichen Symptomen hat Schlafmangel auch Auswirkungen auf Geist und Psyche: So führt extremer Schlafmangel zu Denk- und Konzentrationsstörungen. Die Betroffenen werden reizbar und neigen zu Halluzinationen und Depressionen.

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(DDP)