Germany's Next Topmodel 2018: Heulende Models und streitende Juroren

Umstyling bei "Germany's Next Topmodel": Weinende Models und streitende Juroren

Bei Germany's Next Topmodel ist es Zeit für das Umstyling. Und das bedeutet traditionell nicht nur Schneiden, Färben, Fönen - sondern auch viele, viele Tränen. Dazu kommt ein verstecktes Casting und eine Entscheidung mit Eskalationspotenzial.

Nach drei Wochen Karibik kommen die Nachwuchsmodels in Heidi Klums Wahlheimat Los Angeles an. Statt in einer Villa wohnen sie in Team-Häusern mit Gemeinschaftsküche und einem Schlafraum mit vielen Einzelnischen - und sind darüber völlig aus dem Häuschen. Dagegen sorgt Klums Ankündigung, dass am nächsten Tag das Umstyling ansteht, für Sorgenfalten. Besonders bei Klaudia: "Bei kurz und blond würde ich aussteigen."

Heidi Klum ist hingegen von ihrer Methode überzeugt: "Heute machen wir Models aus den Mädchen." Während sich die Jury eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen kann, ist die Stimmung sonst eher gereizt. Klaudia weint schon, bevor es losgeht und Zoe muss beim Gang zum Friseurstuhl die Hand gehalten werden. Die 17-jährige Sally nimmt es dagegen gelassen: "Als ob ich jetzt gehe wegen ein paar Haaren. Die wachsen nach und Perücken gibt's bei Ebay für zehn Euro."

Das kann Drama-Queen Klaudia nicht beruhigen: Sie weint, hyperventiliert und motzt nach Herzenslust. Abigail macht Klum sogar Vorschläge, doch die reagiert eiskalt: "Hier kriegt keiner, was er möchte." Am Ende kommt es aber doch so, wie Abigail will. Sie bekommt enge Flechtzöpfe, um Perücken drüberzuziehen, und ist glücklich: "Das ist der beste Tag bisher hier."

Auch Klaudia ist am Ende überzeugt von ihren langen roten Haaren: "Wow, die Jungs werden mich mögen." Zoey, die einen weißblonden Bubischnitt bekommen hat, muss sich daran erst noch gewöhnen: "Ich finde, ich sehe aus wie ein Fußballer aus den 80ern." Klum zufolge fehlt ihr da aber nur - wie sollte es anders sein - die richtige "Attitude". Auch bei anderen Models hat sich viel getan: Gerda ist brünett, Toni hat einen Bürsten- und Sally einen blonden Pagenschnitt.

Mit neuem Look geht es dann ins Setcard-Shooting, für das Star-Fotograf Brian Bowen Smith verantwortlich ist. "Diese Fotos sind extrem wichtig, damit stellen wir euch den Kunden vor", erklärt Klum. Zum ersten Mal gibt es dazu auch kurze Videos - und ein verstecktes Casting mit der Chefredakteurin der Zeitschrift "Instyle" für den ersten Foto-Job der Staffel.

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Zoe ist wieder die Erste - und kann gleich überzeugen. Doch auch viele andere zeigen, was sie können, darunter die üblichen Verdächtigen Bruna, Pia, Sarah und Trixi. Letztere spricht ihr Video gleich auf Deutsch, Englisch und Französisch ein. Valérie und Liz agieren dagegen zu eindimensional. Über das "Instyle"-Casting für eine Fotostrecke mit zehn Seiten in Mexiko dürfen sich am Ende drei Models freuen: Abigail, Bruna und Sally.

Für die Entscheidung ist diesmal eigens eine Promi-Stylistin engagiert worden. Juror Thomas Hayo erklärt warum: "Das Styling soll die Persönlichkeit repräsentieren." Wieso er danach jedem seiner Models eine schwarze Kappe überreicht, bleibt sein Geheimnis. Ebenso, was sich Team Michael beim für den Coach dargebotenen Lied gedacht hat. Zumindest Michalsky freut sich, für die Zuschauer ist das unsichere Geträller eher zum Fremdschämen.

Zum Glück geht es danach schnell auf den Laufsteg. Beim anschließenden Streit der Jury um Kandidatin Lis zeigt sich deutlich, wer in der Sendung die Entscheidungen trifft. Heidi Klum wirft die 22-Jährige raus, Thomas Hayo ist entsetzt, diskutiert und hofft mit Lis bis zuletzt, dass Klum die Entscheidung zurücknimmt. Vergeblich. "Man sollte nicht wie eine beleidigte Leberwurst auf dem Klappstuhl sitzen", kommentiert Michalsky, "schließlich heißt die Sendung Germany's Next Topmodel by Heidi Klum und nicht by Thomas Hayo."

Auch sonst ist die Jury nicht um harte Worte verlegen. "Du bist gelaufen wie eine Oma, gefehlt hat nur die Krücke", sagt Klum zu Kandidatin Karoline, "das war sooo langweilig." Zwischendurch wird noch flott ein Sprichwort erfunden ("aus dem Häuschen fallen") und der Zuschauer direkt angesprochen. Nach "House of Cards" durchbricht also auch Germany's Next Topmodel die vierte Wand. Fehlt eigentlich nur noch die Spannung.

Nach einer Kaugummi-Entscheidung fliegt mit Valérie am Ende nicht nur ein weiteres Model aus Team Thomas raus, zu allem Überfluss sind auch noch Trixi und Karoline in der kommenden Woche im Shootout. "Völlig unverständlich" findet der Coach das: "Mein Herz ist gebrochen." Klum hat wenig Mitleid und reagiert mit amüsierter Geste und entsprechendem Knacks-Geräusch. So sorgen zumindest die Juroren für ein bisschen Aufregung.

(kess)