Nach Überfall in Berlin: Polizei fahndet nach S-Bahn-Schlägern

Nach Überfall in Berlin : Polizei fahndet nach S-Bahn-Schlägern

Berlin (RPO). Die Serie brutaler Übergriffe auf Berliner Bahnhöfen reißt nicht ab. Am frühen Samstagmorgen wurde ein 22-Jähriger am S-Bahnhof Schöneweide von zwei Unbekannten nach einem Streit brutal zusammengeschlagen. Kurze Zeit später bedrohten zwei Männer eine 18-Jährige in der U-Bahn in Schöneberg, stahlen ihr das Handy und schlugen ihr in Gesicht. In der Nacht zum Sonntag wurde ein Pärchen von drei Tätern U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz im Berliner Ortsteil Biesdorf angegriffen. Der Mann wurde leicht verletzt.

Der 22-Jährige war am Samstagmorgen mit zwei unbekannten Männern am S-Bahnhof Schöneweide aus bislang ungeklärter Ursache in einen heftigen Streit geraten. Die Auseinandersetzung eskalierte, der 22-Jährige wurde zu Boden gestoßen und von seinen Kontrahenten mit Fußtritten gegen den Kopf traktiert.

Ein 28 Jahre alter Zeuge rief die Polizei. Die Täter konnten jedoch flüchten, bevor die Beamten eintrafen. Der junge Mann musste mit einem Jochbeinbruch, einem Nasenbruch und einem angebrochenen Kieferknochen ins Krankenhaus gebracht werden. Am Samstagabend wurden er und der Zeuge vernommen. Daraus hätten sich neue Erkenntnisse ergeben, sagte ein Polizeisprecher. Details wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.

Weitere Angriffe in Schöneberg und Biesdorf

Kurz nach dem Vorfall in Schöneweide wurde eine 18-Jährige am Samstagmorgen in der U-Bahnlinie 7 zwischen den Bahnhöfen Kleistpark und Eisenacher Straße in Schöneberg überfallen. Die junge Frau hörte Musik mit ihrem Mobiltelefon, als sich plötzlich zwei Männer neben sie setzten. Sie drückten ihr gewaltsam den Mund zusammen und die Beine auf die Sitzbank. Dann stahlen sie das Handy und schlugen ihr ins Gesicht.

Die Täter entkamen unerkannt. Die junge Frau erlitt einen Schock und klagte über Schmerzen im Gesicht. Laut Polizei zeichneten Überwachungskameras den Überfall auf, die Bilder würden derzeit ausgewertet.

In der Nacht zu Sonntag wurde dann ein Pärchen am U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz angegriffen. Drei Männer hätten die beiden zunächst angepöbelt und dann den Mann geschlagen und getreten, sagte eine Polizeisprecherin. Dabei wurde er leicht verletzt. Als die Polizei die Angreifer vom Opfer trennen wollten, leisteten die Männer Widerstand. Drei Polizisten wurden leicht verletzt.

Immer wieder Gewalttaten an Berliner Bahnhöfen

In Berlin ist es in den vergangenen Monaten immer wieder zu brutalen Übergriffen auf Bahnhöfen gekommen. Erst am Freitag hatten Verwandte, Bekannte und Freunde bei einer Trauerfeier Abschied von einem 23-Jährigen genommen, der zusammen mit einem Begleiter von jungen Männern auf dem U-Bahnhof Kaiserdamm in Charlottenburg angegriffen worden war. Auf der Flucht war er auf dem Kaiserdamm von einem Auto erfasst und tödlich verletzt worden.

Nur zwei Tage später fiel das Urteil gegen einen 18-Jährigen vor dem Berliner Landgericht, der am Karsamstag einen 29-Jährigen auf dem U-Bahnhof Friedrichstraße mit einer Flasche niedergeschlagen und ihm danach mehrfach mit großer Wucht auf den Kopf getreten hatte. Von der Polizei veröffentlichte Sequenzen aus einem Überwachungsvideo, die Teile des Übergriffs zeigen, hatten für eine heftige öffentliche Debatte über den Fall gesorgt.

(apd/felt)
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