Nach Kampf um Futter: Schwarzbärin Mira im Berliner Zoo gestorben

Nach Kampf um Futter : Schwarzbärin Mira im Berliner Zoo gestorben

Berlin (RPO). Sieben Monate nach dem plötzlichen Tod von Eisbär Knut trauern die Berliner um einen weiteren Bären. Die 24 Jahre alte Schwarzbärin Mira musste am Freitag wegen ihrer schweren Verletzungen nach einem Kampf mit dem Jungbären Jesper im Tierpark eingeschläfert werden.

Offenbar war sie unglücklich auf einen Felsen gestürzt und hatte dabei einen "komplizierten Splitterbruch des Schultergürtels" erlitten, wie Zoosprecherin Claudia Bienek am Samstag der Nachrichtenagentur dapd sagte. "Wir sind sehr traurig", fügte sie hinzu.

Der tödliche Bärenkampf spielte sich vor den Augen von Tierpark-Besuchern ab. Auch Eisbär Knut war von einem Felsen ins Wasserbecken gefallen und gestorben, als der Zoo gut besucht war.

Derweil gibt es Unklarheiten über die genauen Todesumstände von Mira. Nach dem Tod der Bärin berichteten Tierparkbesucher im "Berliner Kurier" von einer blutigen Bissattacke Jespers, der Mira "zerfleischt" habe. Zugleich erhoben sie schwere Vorwürfe gegen die Tierparkverwaltung. Erst nach einer Dreiviertelstunde sei ein Pfleger der am Boden liegenden, stark blutenden Schwarzbärin zu Hilfe gekommen.

Bären kämpften offenbar ums Fressen

Zoosprecherin Bienek wies solche Vorwürfe zurück. "Das stimmt nicht, nach fünf bis zehn Minuten war ein Pfleger dort", sagte sie. Auch sei Mira nicht von Jesper "zerfleischt" worden. "Die Bisswunden waren nicht so schwer, wir mussten die Bärin wegen des Splitterbruchs einschläfern."

Bienek ihrerseits erhob Vorwürfe gegen Zoobesucher. Vermutlich seien die Schwarzbären wegen eines Stück Futters aufeinander losgegangen, das Besucher trotz des Verbots in das Gehege geworfen hatten, sagte sie. Zuvor hätten die beiden Tiere "jahrelang problemlos zusammengelebt".

Miras sterbliche Überreste sollen am Montag dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) zu weiteren Untersuchungen überstellt werden. Auch Knuts sterbliche Überreste waren vom IZW untersucht worden.

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(DAPD)
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