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Passau: Petition gegen das Singen des Donau-Lieds in Kneipen

Text verharmlost Vergewaltigung : Umstrittenes Festzeltlied löst Debatte über Sexismus aus

Mit einer Online-Petition gegen ein umstrittenes Festzeltlied hat eine Passauer Studentin eine Diskussion über Sexismus angestoßen. Die Idee kam ihr wegen der Sendung von Joko und Klaas, in der die Moderatoren sexuelle Gewalt gegen Frauen anprangerten.

Das sogenannte Donau-Lied, das von der Vergewaltigung eines schlafenden Mädchens handelt, soll demnach nicht mehr in Passauer Festzelten und Kneipen gesungen werden, wie es auf der Petitionsseite heißt. Die Aktion löste positive und negative Reaktionen im Netz aus.

Mit der Petition wolle die Studentin kein Verbot des Donauliedes erwirken, wie sie klarstellte. Vielmehr sollten sich die Leute mit dem Text auseinandersetzen, der Vergewaltigungen verharmlose, und dann freiwillig auf das Singen verzichten. Ihre ausländischen Mitstudenten gegenüber müsse sie sich rechtfertigen, „warum wir so etwas noch singen“. Mehr als 1000 Unterstützer beteiligten sich bis Freitag an der Petition. Aber auch Beleidigungen und Häme musste die 22-Jährige für ihre Aktion im Internet einstecken.

Schon vor gut zwei Jahren habe sie überlegt, etwas gegen das Lied zu unternehmen. Als kürzlich die TV-Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf mit einer Sendung sexuelle Belästigung von Frauen anprangerten, sei ihr die Idee mit der Petition gekommen. Winterscheidt und Heufer-Umlauf hatten bei ihrem Sender ProSieben 15 Minuten freie Sendezeit erspielt und sie für das ernste Thema genutzt. Dafür gab es viele positive Reaktionen aus dem Netz. Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer von sozialen Medien zeigten sich bestürzt und berichteten von ähnlichen Erfahrungen - von sexueller Belästigung bis hin zu sexueller Gewalt.

(anst/dpa)