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Zwarte Piet: Ausschreitungen bei Nikolaus-Fest in Gouda

90 Festnahmen : Ausschreitungen bei Nikolaus-Fest in Gouda

Ein Auftritt des Nikolauses hat im niederländischen Gouda zu Rangeleien und zahlreichen Festnahmen geführt. Kritiker sehen im "Schwarzen Piet", dem Begleiter des Nikolauses, eine rassistische Anspielung.

Mit einem Dampfschiff voller Geschenke, das der Legende nach jedes Jahr aus Spanien kommt, trafen der weißbärtige Sinterklaas (St. Nikolaus) und die bunt kostümierten "Zwarten Pieten" (Schwarze Pieten) am Samstag in der Käsestadt Gouda ein.

Insgesamt 90 Personen festgenommen

Mehr als 40.000 Schaulustige - vor allem Kinder mit ihren Eltern - begrüßten Sinterklaas im roten Bischofsmantel mit großem Jubel. Am Rande kam es zu Rangeleien zwischen Gegnern und Befürwortern der Nikolaushelfer, die nach altem Brauch eine - aufgemalte - dunkle Hautfarbe haben. "Schwarze Pieten sind Rassismus", stand auf einem Spruchband von Demonstranten. Aus beiden Lagern seien insgesamt mehr als 90 Personen zeitweise festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher.

Bei rund 60 der Festgenommenen handelte es sich laut Polizeisprecherin Yvette Verboon um Gegner, die die Helfer von Sinterklaas für eine rassistische Stereotype halten. Sie hätten an nicht genehmigten Orten demonstriert und müssten mit einem Bußgeld von 220 Euro rechnen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wouter Bos. Die anderen, zumeist Anhänger des Schwarzen Peters, müssten sich wegen "Störung der öffentlichen Ordnung" verantworten.

In den Zwarten Pieten sehen Kritiker ein Symbol der Sklavenzeit sowie der Diskriminierung von Menschen mit dunkler Hautfarbe im Alltag. Für die meisten Niederländer sind sie einfach freundliche Burschen, die Kindern am 5. Dezember Geschenke bringen. Neben überwiegend schwarz angemalten Pieten traten in Gouda auch einige weiße Nikolaushelfer auf. Andere hatten die Gesichter mit Rußflecken, bunt oder in gelber Käsefarbe geschminkt.

(dpa)