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South Carolina: Todeskandidaten müssen zwischen Erschießen und elektrischem Stuhl wählen

Neues Gesetz in South Carolina : Todeskandidaten müssen zwischen Erschießen und elektrischem Stuhl wählen

Ein neues Statut im US-Staat South Carolina soll die Hinrichtungen nach zehn Jahren Pause wieder in Gang setzen. Der Gouverneur unterzeichnete am Montag ein Gesetz, nach dem Todeskandidatinnen künftig zwischen dem Tod auf dem Elektrischen Stuhl oder durch Erschießen wählen müssen.

Die vom Strafvollzug bevorzugte Hinrichtungsart bleibt zwar die Todesspritze, doch die kann seit zehn Jahren nicht mehr vollstreckt werden, weil die Hersteller das dafür nötige Gift nicht liefern.

Bisher sah das Gesetz als Hinrichtungsarten die Giftspritze und den Elektrischen Stuhl vor, wobei zum Tode Verurteilte letzteren ablehnen dürfen. Dieses Recht haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft alle Todeskandidaten in South Carolina in Anspruch genommen, wohl wissend, dass für die Todesspritze kein Gift mehr geliefert wird. Deshalb wird in South Carolina seit 2010 überhaupt niemand mehr hingerichtet.

Gegen das neue Gesetz gab es auch unter Republikanern Widerstand. Einige ihrer Parlamentsabgeordneten sagten, es sei moralisch sinnfrei, eine neue Hinrichtungsmethode einzuführen, nachdem die Kammer erst wenige Wochen zuvor fast alle Abtreibungen mit dem Argument verboten habe, jedes Leben sei heilig. Andere erinnerten daran, dass die Giftspritze als angeblich humane Tötungsmethode eingeführt worden ist. „Wenn Sie mit dem Elektrischen Stuhl einverstanden sind, können Sie auch mit der Verbrennung auf dem Scheiterhaufen einverstanden sein“, sagte der republikanische Abgeordnete Jonathon Hill.

(felt/dpa)