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Walter Cuttino ist tot am Theater Krefeld war er Jesus Christ Superstar

Theater Krefeld : Trauer um Tenor Walter Cuttino

Seine Wunschrolle war „Jesus Christ Superstar“. Drei Jahre lang hat er sie gesungen. Als lyrischer Tenor war Cuttino aber auch in Mozart-Opern top besetzt. Mit dem Niederrhein hat den Amerikaner vieles verbunden.

(ped) Als Jesus hat er vielleicht den tiefsten Eindruck hinterlassen. Drei Jahre lang hat Walter Cuttino in der Titelpartie von „Jesus Christ Superstar“ auf der Bühne des Theaters in Krefeld und Mönchengladbach gestanden. Es war seine Wunschrolle. Er füllte sie mit Leidenschaft. Publikum und Kritik liebten ihn. In seiner amerikanischen Heimat South Carolina ist der Tenor jetzt im Alter von 63 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben.

Sieben Jahre lang, von 1989 bis 1996, gehörte Cuttino zum Musikensemble des Gemeinschaftstheaters. Nach dem Studium an der South Corolina University und Gesangdiplom  am Cincinnati Conservatory of Music kam er nach Europa. Am Niederrhein hat er sich wohlgefühlt. Hier hat er sich verliebt. Simone Hutmacher, die Kollegin aus dem Ballettensemble, wurde seine Frau. Gemeinsam gingen sie nach Ende seines Engagements am hiesigen Theater zurück in seine Heimat, wo er eine Professur für Gesang an der Uni übernahm, an der er studiert hatte - der South Carolina University.  Wegen einer schweren Erkrankung musste er seinen Beruf vor zwei Jahren aufgeben, nachdem er 23 Jahre lang „Herz, Seele und Stimme“ der Uni gewesen war.

  • Tenor mit lyrischer Stimme. ⇥Foto: privat
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Cuttinos warmer und voller Ton qualifizierte ihn zum lyrischen Tenor. Am hiesigen Theater glänzte er unter anderem als Rodolfo in „La Bohème“, als Belfiore in „Gärtnerin aus Liebe“, als Ferrando in „Cosí fan tutte" und als Tamino in der „Zauberflöte“ - überhaupt gehörte Mozart sein Künstlerherz.

Als künstlerischer Leiter der Palmetto Opera und Dirigent der Palmetto Mastersingers war er hochgeschätzt. Als Sänger ging er mit Leonard Bernstein auf Konzertreise nach London und Moskau.