Getötete Journalistin auf Malta: Zuständige Richterin erklärt sich für befangen

Getötete Journalistin auf Malta: Zuständige Richterin erklärt sich für befangen

Die für den Fall der getöteten maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia zuständige Richterin hat sich für befangen erklärt. Sie gebe den Fall deshalb ab, erklärte sie am Donnerstag in Maltas Hauptstadt Valletta.

Eine geplante Voranhörung von drei Männern, die wegen des mutmaßlichen Mordes an der Journalistin angeklagt sind, wurde daraufhin vertagt.

Die Verteidiger der Männer hatten die mögliche Befangenheit der Richterin Donatella Frendo Dimech vorgebracht. Sie und die Schwester der getöteten Journalistin waren im Jahr 1983 gemeinsam zur Schule gegangen. Nach dem Anschlag hatte die Richterin ihr kondoliert.

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"Der Gerechtigkeit muss nicht nur Genüge getan werden, sie muss auch als solche wahrgenommen werden", sagte Frendo Dimech. "Jeder Richter, der auch nur den Verdacht der Befangenheit erwecken könnte, muss zurücktreten."

Ein neuer Richter zur Leitung des Vorverfahrens wird nun per Los bestimmt. In dieser Phase wird entschieden, ob es ausreichend Beweise für einen Prozess gegen die drei Angeklagten gibt. Sie sollen die 53-Jährige Mitte Oktober mit einer Autobombe getötet haben. Die Ermittler halten es aber auch für möglich, dass sie von einem bislang unbekannten Drahtzieher für den Anschlag bezahlt wurden. Die drei weisen die Vorwürfe zurück. Die Tat hatte international Entsetzen und Proteste für die Pressefreiheit ausgelöst.

(ems)