Xanten: Eine Führung für die Führer

Xanten: Eine Führung für die Führer

Am Freitag wird der neue "Nibelungen(h)ort" offiziell eröffnet. Und demnächst können Gruppen auch durch die Ausstellung begleitet werden. 15 Mitarbeiter erkundeten gestern ihren neuen Arbeitsplatz.

Noch sind nicht alle Baustellen abgeschlossen. Das Geräusch einer Bohrmaschine hallt durch die Gänge. Handwerker legen letzte Hand an Vitrinen und Exponate. Eine Menschenmenge schiebt sich an den Arbeitern vorbei und durch die Ausstellung im Nibelungen(h)ort. Offiziell wird das Museum erst ab Freitagmittag für Besucher geöffnet sein. Die Delegation, die sich gestern auf eine Erkundungstour durch die fast fertige Ausstellung begab, probte quasi den "Ernstfall" schon vorab. Museumsleiter Dr. Ralph Trost begrüßte die künftigen Museumsführerinnen und -führer sowie Service-Mitarbeiter für den Kassendienst.

Ein spannendes Museum

Mehr als 100 Bewerbungen waren nach einem Presseaufruf im Museum eingegangen. 15 Kandidaten setzten sich in den Bewerbungsgesprächen durch. "Wir haben die ausgewählt, von denen wir glauben, dass sie uns dahin bringen werden, wo wir hin wollen, nämlich ein erfolgreiches, spannendes und unterhaltsames Museum zu sein", sagte Trost. "Wir haben die Ausstellung gebaut. Das eigentliche Leben bringen Sie ins Museum hinein", fügte er an die künftigen Mitarbeiter gerichtet hinzu. Es sei keine einfache Sache, das komplexe und auch schwere Thema Nibelungen so zu vermitteln, dass es nicht nur jeder versteht, sondern auch noch Spaß macht. Doch genau darauf komme es an: "Der maßgebliche Mensch im Haus ist der Besucher", betonte Trost.

Wichtige Fremdsprachen

Birgit Leeuwestein ist eine der Auserwählten. Die Xantenerin war beruflich lange als Fremdsprachenkorrespondentin tätig und hatte immer viel mit Menschen zu tun. Als Museumsführerin möchte die vierfache Mutter ihre Sprachkenntnisse in Englisch und Französisch weiter nutzen. "Ich liebe den Umgang mit Menschen und bin neuen Dingen aufgeschlossen", sagt sie.

"Ich sehe es als Herausforderung", berichtet Brigitte Ripkens. Die Sonsbeckerin ist besonders am geschichtlichen Thema interessiert. "Über Leonardo da Vinci könnte ich sofort eine Museumsführung machen", erzählt sie. In das Nibelungenthema habe sie sich schon ein wenig eingelesen. "Ich bin sehr erfreut darüber, dass man mich ausgewählt hat, obwohl ich ja schon ein bisschen älter bin", sagt Erwin Paetzold. Der 72-Jährige Xantener beschäftigt sich schon seit langem mit Siegfried und den Nibelungen und hat die Entstehung des Nibelungen(h)ort von Anfang an mitverfolgt. So bringt jeder der neuen Mitarbeiter seine eigene Geschichte und Persönlichkeit in die Tätigkeit ein. Dadurch werden sich sicher unterschiedliche Ansätze und Schwerpunkte bei den Führungen ergeben, die den Museumsbesuch abwechslungsreich machen. Zur Einstimmung führte Trost die Gruppe durch die Ausstellung und machte auf spannende Hintergründe und Besonderheiten aufmerksam. Die konkrete Ausarbeitung der Führungen wird von Solveig Möllenberg, seit April 2009 wissenschaftliche Volontärin im Museum, betreut.

(RP)