Sonsbeck: Käuzchen beim Baumschnitt

Sonsbeck: Käuzchen beim Baumschnitt

Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Sonsbeck (OAS) hat eine Jugendgruppe. Von den Erwachsenen lernen die jungen Leute unter anderem den fachgerechten Umgang mit Obstbäumen.

Baumscheren gehören mit zu den wichtigen Utensilien des Tages. Oberhalb des Dassendahler Weges in Sonsbeck durchstreift eine kleine Gruppe die Streuobstwiese. Die jungen Leute unterziehen Apfel-, Birn- und Kirschbaum einer kritischen Inspektion. "Das ist ein Konkurrenztrieb", erklärt Bruno Gasthaus, Vereinsvorsitzender der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft (OAS, und zeigt beim Kirschbaum auf ein starken Austrieb im mittleren Stammbereich. Und er stößt bei seinen jungen Zuhörern auf große Aufmerksamkeit. Auch als Gasthaus jetzt erklärt, wie denn der Austrieb fachmännisch entfernt werden kann.

Das Wetter spielt keine Rolle

Mit von der Partie an diesem Morgen sind die Geschwister Sophia (10) und Luca Zur (11) sowie Jascha Heitmann (12). Das Wetter spielt keine Rolle, "denn ich bin gerne draußen in der Natur", erzählt der Realschüler Jascha. Computer, Playstation und Co. haben bei ihm jetzt keine Chance. Gemeinsam mit Bruno Gasthaus, Rita und Rainer Verhülsdonk und Helmut Heistermann hilft er mit auf der Streuobstwiese. Voller Eifer sind auch Sophia und Luca dabei, die bei einer Ferienspaßaktion den ersten Kontakt zur OAS bekamen. "Wir lernen hier den richtigen Obstbaumschnitt", weiß Luca.

Hinzu kommen natürlich die Säuberung von Nistkästen und das Aufhängen neuer Brutgelegenheiten, wie Rita Verhülsdonk, die Betreuerin der Jugendgruppe, erzählt. Bruno Gasthaus bietet bei den Aktivitäten immer wieder Einblicke in die Funktionsweise der Natur und ihren Kreislauf, erzählt von verschiedenen Obstbaumarten und der Wichtigkeit des richtigen Obstbaumschnittes, "denn schließlich will der Mensch im Herbst die Früchte ernten", meint er.

Learning by doing gelingt so ganz nebenbei und von der Pike auf. Ornithologie, Landschaftspflege, Natur- und Umweltschutzmaßnahmen in kleinen Lerneinheiten findet Sophia gut. "Das lerne ich alles schon jetzt", meint die Grundschülerin, die von ihrem frühen Wissenserwerb profitieren will. Eltern Zur unterstützen die Aktivitäten der Kinder. Sophia hat ein Faible für die Tierwelt. Igel und Co. sind interessant. "Ich will später mal Naturschützerin werden", meint sie.

Einen fundierten Einblick bietet die OAS der Käuzchen-Gruppe. Der Name passt. "Schließlich haben wir den Steinkauz in unserem Logo", sagt Bruno Gasthaus, der auch an der Grundschule einen Schulgarten betreut. Dass gerade die nachhaltige Nachwuchsarbeit im Verein schwierig ist, weiß er aus langjähriger Erfahrung.

Die unterschiedliche Resonanz

"In der Stadt ist das Naturbewusstsein anders ausgeprägt und stößt auf größere Resonanz als im ländlichen Raum, wo Kinder mitten in der Natur groß werden", meint er. "Später ziehen sich meist die 14- bis 15-Jährigen zurück, weil sich die Interessen verändern", erzählt Rita Verhülsdonk. Bis dahin ist noch Zeit, Sophia, Luca und Jascha viel Wissen mit zugeben. "Manchmal haben wir auch Glück, und unsere Käuzchen bleiben uns treu oder kehren als Erwachsene zu uns zurück", meint Gasthaus.

(RP)