Xanten: Vergewaltigungsprozess: Angeklagter schweigt

Xanten: Vergewaltigungsprozess: Angeklagter schweigt

Der 38-jährige Angeklagte aus dem Kosovo, der sich seit gestern wegen Vergewaltigung in zwei Fällen vor dem Klever Landgericht verantworten muss, schwieg am ersten Verhandlungstag zu den Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft.

Der Verteidiger gab an, dass sein Mandant vorerst weder zu seiner Person noch zur Sache Angaben machen wolle. Dem 38-Jährigen, der im Oktober letzten Jahres bei der Einreise in die Bundesrepublik verhaftet wurde, wird vorgeworfen, am 8. und 9. August 1994 zusammen mit einem weiteren Täter zwei Frauen vergewaltigt zu haben.

Das Vergewaltigungsopfer vom 9. August 1994, eine damals 17-Jährige aus Xanten, sagte gestern unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Die Frau war an der Rheinbrücke in Wesel als Anhalterin in den Pkw zweier Männer eingestiegen. Diese verschleppten sie laut Anklage zu einer Kiesgrube in Kalkar und vergewaltigten sie nacheinander. Einer der Täter, ein heute 39-jähriger Jugoslawe, wurde bereits 1995 für die Vergewaltigung sowie die Tat vom 8. August verurteilt, der zweite Täter soll der 38-jährige Angeklagte gewesen sein.

Auch der damalige Lebensgefährte des Xantener Opfers schilderte vor Gericht seine Erinnerungen: "Ich habe meine Freundin damals zusammengebrochen vor der Tür unserer gemeinsamen Wohnung gefunden." Unter Tränen habe seine Freundin ihm erklärt, dass sie von zwei Männern vergewaltigt worden sei. Sichtbar zornig und mit bebender Stimme erklärte der Zeuge auf Nachfrage des Richters: "Meine Frau hat lange Zeit unter den Folgen der Tat gelitten — und sie leidet heute noch".

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Heute soll das erste Vergewaltigungsopfer, eine damals 24-jährige Frau aus den Niederlanden, ihre Aussage machen. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte die Frau zusammen mit dem Jugoslawen nach einem Besuch in einer Gelderner Diskothek in einem Wald bei Sonsbeck vergewaltigt haben.

Heute wird der Prozess fortgesetzt (10 Uhr, Saal A 110). Zwei weitere Fortsetzungstermine sind für den 15. April (10 Uhr) und den 5. Mai (13 Uhr) angesetzt worden.

(RP)