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Wülfrath: Beiträge für offenen Ganztag steigen um drei Prozent

Wülfrath : Beiträge für offenen Ganztag steigen um drei Prozent

Wer weniger als 25.000 Euro im Jahr verdient, muss nicht zahlen. Ab 100.000 Euro kostet es 180 Euro im Monat.

Der Schulausschuss und der Jugendhilfeauschuss haben einer neuen Satzung über die Erhebung von Elternbeiträgen im offenen Ganztag zugestimmt. Wenn der Rat die Satzung am 11. Juli beschließt, gilt sie ab dem kommenden Schuljahr.

Haushalte mit einem Jahreseinkommen unter 25.000 Euro sind dann von der Zahlung befreit, für Einkommen über 100.000 Euro wird der Höchstbetrag von 180 Euro im Monat fällig. Die Elternbeiträge werden künftig von der Stadt selbst statt von den Trägern erhoben. Bereits 2015 hatte die Wülfrather Gruppe (WG) beantragt, Einkommen unter 20.000 Euro von der Beitragszahlung zu befreien. Da die Personalkosten in Kindergärten, Kindertagespflege und OGATA steigen, hatte die Verwaltung das zum Anlass genommen, die Gebührentabelle zu überarbeiten.

Ziel war es, die Betreuungsqualität zu halten beziehungsweise zu erhöhen, den Trägern Planungssicherheit zu geben und Belastungen gerechter auf alle Einkommensklassen zu verteilen. "Wir wollten Teilhabe für alle Kinder" sagt Michaele Berster, Dezernentin für Jugend und Soziales. In Gesprächen mit Kindertagespflegern war deutlich geworden, dass deren Stundensatz von vier Euro nicht auskömmlich ist. "Wir sind aber dringend auf die Tagespflege angewiesen, weil Kita-Plätze im U3-Bereich immens teuer sind", so Berster. Mit der neuen gemeinsamen Satzung für Kitas, Tagespflege und OGATA-Grundschulen sollen die Kosten besser abgedeckt werden. Um die Lücke der beitragsfreien Einkommen unter 25.000 Euro zu schließen, steigen die Beiträge für alle anderen Einkommen um drei Prozent.

Ab 2018 steigt der Höchstbetrag (jetzt 180 Euro) jährlich ebenfalls um drei Prozent, wie im Grundlagenerlass des Schulministeriums vorgesehen. Von der Geschwisterkind-Regelung profitieren Eltern, die ein Kind in der Grundschule und ein zweites in der Kita haben. Für das jüngere Kind wird nur noch der halbe Beitrag fällig. Bettina Molitor erklärte, ihre SPD-Fraktion begrüße das neue Konzept, insbesondere die Betragsbefreiung. "Bauchmscherzen macht mir aber, das Eltern mit Einkommen nur knapp über 25.000 Euro für die Beitragsbefreiung bezahlen sollen", so Molitor. Für sie komme eine Beitragserhöhung, und sei sie noch so gering, nicht in Frage. Molitor schlug vor, die Finanzierungslücke über Steuererhöhungen zu schließen. "Um ein Kind großzuziehen, braucht man ein ganzes Dorf" argumentierte sie. Kämmerer Rainer Ritsche wies das zurück. Die Verwaltung habe eine sozial gerechte Tabelle vorgelegt und angesichts der 70 Millionen Euro Schulden müssten die Eltern ihren Beitrag leisten. Die übrigen Fraktionen sahen das genauso. Beide Ausschüsse stimmten der Satzung zu, der SPD-Antrag wurde damit hinfällig.

(RP)